David Letterman ätzt gegen CBS-Besitzer

Bis 2015 ging David Letterman, heute 79, als Late-Night-Talker on air, insgesamt 33 Jahre war er im Business, 22 davon bei CBS. Als der Altmeister aufhörte, zauberte der Sender sogleich einen Nachfolger aus dem Hut – nämlich den humorvollen Stephen Colbert, der immer wieder bissig gegen Donald Trump und dessen Regierung austeilt. Damit allerdings wird bald Schluss sein, am 21. Mai geht Colbert zum letzten Mal bei CBS auf Sendung.

Offiziell führt der Sender finanzielle Gründe für seine Entscheidung an, Colberts Sendung einzustellen – viele Kritiker sehen darin aber vielmehr einen Versuch, dem US-Präsidenten und seiner Entourage einen Dienst zu erweisen. CBS-Eigner Paramount Skydance gehört mittlerweile der Familie des Softwaremilliardärs Larry Ellison, der als Trump-Unterstützer bekannt ist.

Und David Letterman gehört offensichtlich nicht zu jenen, die der neuen Senderführung allzu sehr vertrauen. In einem Interview mit der »New York Times«  gab der Late-Night-Altstar nun seine Meinung über die Vorgänge zu Protokoll. »Unglauben« sei seine erste Reaktion gewesen, als er von der bevorstehenden Einstellung erfuhr. »Dann schien es mir wie ein missglückter Überfall.« Er habe sich mit Blick auf die Ellison-Familie gefragt: »Was zum Teufel haben sie mit Stephen Colbert gemacht?« Für ihn fühlten sich die Vorgänge an, »als würde man an der alten Nachbarschaft vorbeifahren und feststellen, dass dort, wo man früher gewohnt hat, eine Buchhandlung für Erwachsene eröffnet.«

Letterman wurde auch gefragt, ob er der offiziellen Begründung von CBS für die Einstellung Glauben schenke. Seine Antwort: Seiner Ansicht nach habe Colbert die Rückendeckung der Führung verloren, weil diese keinen Ärger hätte haben wollen. Deswegen sei man im Management offenbar zu der Entscheidung gekommen: »Wir kümmern uns um die Show.« Letterman fügte hinzu: »Ich sage jetzt offiziell: Sie lügen. Und er fügte sinngemäß hinzu: »Sie sind Betrüger.«

Auch zur Zukunft des Late-Nights-Formats an sich äußerte Letterman sich skeptisch: Es gebe noch »Seth« (Meyers) und »Jimmy« (womit er eher Kimmel als Fallon gemeint haben dürfte). »Es ist nicht komplett tot, aber ich wäre überrascht, wenn es mehr als ungefähr ein Jahr so bleibt.«

Da war es noch die alte Show: Stephen Colbert zu Gast bei David Letterman (2015)

Foto:

CBS Photo Archive / CBS / Getty Images

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