Kramarić jetzt auf Augenhöhe mit Völler, der FC Bayern stürmt zum Fabelrekord

Serientäter: Vor 15 Jahren gewann der 1. FC Köln das letzte Mal gegen die Bayern, seitdem mühte sich der FC in 21 Pflichtspielen um einen Sieg gegen den Rekordmeister – ohne Erfolg. Heute fehlten zahlreiche Spieler verletzt oder gelbgesperrt, am Wochenende wartet die wichtige Begegnung gegen den FSV Mainz 05 und die Bayern gewannen vor wenigen Tagen 8:1. Da ging es doch nur um die Höhe des Sieges. Oder? Oder?!

Ergebnisse: Der FC Bayern München gewann 3:1 (1:1) beim 1. FC Köln, die TSG Hoffenheim setzte sich 5:1 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach durch und RB Leipzig holte einen 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den SC Freiburg. Am frühen Abend siegte bereits der VfL Wolfsburg 2:1 (1:1) gegen den FC St. Pauli.

Kwasniok und die Volksseele: Kölns Trainer Lukas Kwasniok steht beim Anhang in der Kritik. Einer der Vorwürfe: Der Trainer gibt Supertalent Said El Mala zu wenig Einsatzzeit. Gegen den FC Bayern München durfte der 19-Jährige von Beginn an ran – und vergab in der 2. Minute aus spitzem Winkel das mögliche 1:0 für die Gastgeber. Danach gab es erst einmal eine knapp zehnminütige Unterbrechung, da pyrobedingte Nebelschwaden durchs Stadion zogen.

Linton macht's allein: Tief in der eigenen Hälfte eroberte Linton Maine gegen Serge Gnabry den Ball und trieb ihn nach vorn. Da er nicht angegriffen wurde, rückte das Münchner Tor näher und näher und als es nur noch 16 Meter entfernt war, zog Maina einfach mal ab. Der Ball kam zentral auf Manuel Neuer, der den Ball aber nicht am Einschlag hindern konnte. Da sah der 39-Jährige, den Matthias Sammer gerade wieder erst als »Weltklassetorhüter« ins DFB-Tor kommentieren wollte, wie zuletzt häufiger nicht besonders glücklich aus. Den ersten Halbzeitrückstand in dieser Bundesligasaison verhinderte Gnabry, der aus spitzem Winkel technisch überragend ausglich (45.+5).

Wenn der Ball ruht, brennt's: Der 16. Gegentreffer nach einem Standard brachte die Kölner trotz einer aufopferungsvollen Leistung auf die Verliererstraße. Kim Min-jae köpfte zum 2:1 ein, es war der erste Saisontreffer des Südkoreaners. Es bleibt bei den beiden Münchner Remis gegen Mainz und bei Union Berlin, die restlichen 15 Hinrundenspiele gewann der FCB. 66 Treffer erzielten sie dabei, zehn (!) mehr als bei der bisherigen Bestleistung.

Polanskis Rückkehr: Fünf Jahre war Eugen Polanksi zwischen 2013 und 2018 als Profi im Trikot der TSG Hoffenheim unterwegs. Bei seiner Rückkehr als Trainer von Borussia Mönchengladbach verdunkelte sich seine Laune früh. Andrej Kramarić verwandelte in der 22. Minute einen Foulelfmeter zur Hoffenheimer Führung, keine zwei Minuten später erhöhte Tim Lemperle auf 2:0 (24.).

In guter Gesellschaft: Kramaric verkündete unter der Woche, dass er es bereue, im Laufe seiner langen Karriere nicht zum FC Bayern gewechselt zu sein. Allzu sehr scheint ihn dieser Gedanke nicht zu belasten, denn noch vor dem Halbzeitpfiff ließ der 34-Jährige Bundesligatreffer 130 noch Nummer 131 und 132 folgen. In der ewigen Torschützenliste hat er damit mit einem gewissen Rudolf Völler gleichgezogen. Die drei Spieler, die er jetzt im Blick hat: Giovane Elber, Horst Hrubesch, Uwe Seeler. Eine illustre Umgebung.

Nach der Klatsche ist vor dem Sieg: Am vergangenen Wochenende kassierte der VfL Wolfsburg beim 1:8 in München die höchste Niederlage seiner Bundesligageschichte. Gut, null Punkte beim FC Bayern dürften für Wolfsburgs neuen Cheftrainer Daniel Bauer eingepreist gewesen sein. Ein Punktverlust gegen den FC St. Pauli hingegen nicht. Es dauerte allerdings bis zur 88. Minute, um den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. U21-Nationalspieler Dženan Pejčinović sorgte für Erlösung bei den Gastgebern, nachdem Eric Smith (40.) die Führung des VfL aus der 25. Minute ausgeglichen hatte. Es war Pejčinovićs fünfter Treffer in den vergangenen drei Bundesligaspielen.

Eriksens Erster: Seit Sommer spielt der 147-malige dänische Nationalspieler beim VfL. Gegen den FC St. Pauli traf er erstmals und das per Strafstoß. Klingt nach einer leichten Übung, ist gegen St. Paulis Schlussmann Nikola Vasilj dennoch etwas Besonderes: Sechs der bisherigen sieben Versuche vom Punkt in der Bundesliga hatte der Bosnier parieren können. Eriksen traf wuchtig unter die Latte.

Bereit fürs Topspiel: Am Samstagabend (18.30 Uhr/Liveticker: SPIEGEL.de) empfängt RB Leipzig den FC Bayern. Kühne Optimisten raunen: Da erscheint die erste Saisonniederlage der Münchner nicht gänzlich unwahrscheinlich. Theoretisch. Womöglich.

Die Pflicht vor der Kür: Willi Orban brachte die Gastgeber per Kopf nach einem Standard 1:0 in Führung (53.). Drei Minuten später das gleiche Spiel: Standard, Kopfball, 2:0. Torschütze diesmal: Rômulo (56.). Die Fahrt nach Leipzig bleibt für den SC ein jährlicher Horrortrip: Beim elften Gastspiel gab es die achte Niederlage, drei Punkte waren auf dem Rückweg noch nie mit ihm Gepäck.

Leon Goretzka in Köln artistisch unterwegs

Foto: ActionPictures / IMAGO

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