Kalifornien will mit der WHO kooperieren

Der US-Bundesstaat Kalifornien will die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch nach dem Austritt der USA fortsetzen.

Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom, ein Widersacher von Präsident Donald Trump, kündigte die Teilnahme an einem Netzwerk von Institutionen zur schnellen Erkennung und Bekämpfung von Gesundheitsgefahren von internationaler Bedeutung an. Die WHO koordiniert dieses Netzwerk namens GOARN (Global Outbreak Alert and Response Network).

Newsom setzt damit ein weiteres Zeichen in seiner Opposition zum Präsidenten.

Was die kalifornische Regierung genau vorhat, ist allerdings unklar. Im Netzwerk GOARN sind Fachinstitute und Organisationen vertreten, keine Staaten oder Regierungen. »Die Teilnahme steht gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen weltweit und auf allen Ebenen offen, die ein Interesse an der Förderung der GOARN-Vision haben und in der Lage sind, zu Warn- und Reaktionsmaßnahmen bei Notfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit beizutragen«, heißt es auf der Website. In dem Netzwerk kooperieren demnach weiterhin mehrere US-Institute, darunter Universitäten, andere Forschungseinrichtungen und die nationale Gesundheitsbehörde CDC.

Aus Deutschland sind ebenfalls Universitätsinstitute dabei, in prominenter Rolle das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Es ist für die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten zuständig und bildet im Rahmen des Netzwerks Gesundheitspersonal aus anderen Ländern weiter, damit dort Krankheitsausbrüche besser bewältigt werden können.

Trump hat vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus der WHO verfügt. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der Organisation wird dieser ein Jahr nach Einreichen der Kündigung wirksam, das war am vergangenen Donnerstag der Fall. Theoretisch ist zwar eine in der Vereinbarung genannte Bedingung für den Austritt gar nicht erfüllt. Die USA hätten ihre bisherigen Beiträge voll zahlen müssen, was nicht geschehen ist. Aber die WHO hat keine Handhabe, um das Geld einzufordern oder den Austritt zu verweigern.

Die WHO hat jetzt noch 193 Mitgliedsländer. Trump hatte staatlichen US-Instituten vor einem Jahr die weitere Zusammenarbeit mit der Organisation untersagt. Er wirft ihr Korruption, Ineffizienz und Einknicken unter politischem Druck etwa von China vor.

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