In E-Zigaretten sollen Kühlstoffe für ein frisches Mund- und Rachengefühl sorgen. Doch wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt , können alle bisher geprüften Kühlstoffe unter anderem Leber und Nieren nachhaltig schädigen. Bereits bei einem mittleren Konsum von fünf Milliliter pro Tag sei von einem langfristigen Gesundheitsrisiko auszugehen. Völlig unklar sei derzeit noch, wie das Risiko für Lungenschäden einzuschätzen ist.
Kühlstoffe, auch Cooling Agents genannt, werden den Liquids von E-Zigaretten beigemischt. Diese Liquids enthalten in der Regel außerdem das stark süchtig machende Nikotin und verschiedene Aroma- und Geschmacksstoffe. Die Flüssigkeit wird über ein Heizelement verdampft und über ein Mundstück eingeatmet.
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Für den kühlenden Effekt werden dem BfR zufolge diverse chemische Substanzen genutzt, von denen viele geschmacksneutral und geruchlos seien. Die Konzentration der häufig synthetisch hergestellten Kühlstoffe variiere stark, teils seien die Konzentrationen hoch.
Das BfR hat nun neun Kühlstoffe im Hinblick auf ihre gesundheitliche Auswirkung bewertet, darunter Menthol, Menthylacetat und Eucalyptol. Die Expertinnen und Experten haben Daten aus Studien zur oralen Aufnahme der Stoffe bei Tieren wie Ratten oder Mäusen ausgewertet. Für einige Kühlstoffe, für die keine Daten verfügbar waren, wurden Studiendaten von strukturähnlichen Stoffen verwendet, heißt es.
Die Expertinnen und Experten schlussfolgern: »Die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen für die Allgemeinbevölkerung ist beim Dampfen von E-Zigaretten mit kühlenden Substanzen gegeben.« Für die Stoffe WS-12, Frescolat MGA und Menthyllactat könnten Gesundheitsschäden schon bei niedrigem Konsum (1 Milliliter/Tag) nicht ausgeschlossen werden.
Daten fehlen
Festgelegte Richtwerte für die maximale Stoffmenge, bei der keine gesundheitlichen Risiken abzusehen sind, gibt es bei Kühlstoffen bisher nicht. Das BfR nutzte darum für seine Bewertung den sogenannten NOAEL-Wert für die höchste getestete Dosis eines Stoffes, bei der in Versuchen keine gesundheitlichen Schäden feststellbar waren. In Tierversuchen wurden demnach vor allem Schädigungen der Leber und Niere beobachtet.
Allerdings könnten die Risiken unter- oder überschätzt sein, weil es bisher kaum gute Daten gebe. »Es fehlen vor allem Daten dazu, wie die Stoffe wirken, wenn sie eingeatmet werden.« Vor allem zur Wirkung auf die Lunge sei daher derzeit keine Aussage möglich. Verbrauchern rät das BfR, auf Liquids mit Kühlstoffen zu verzichten.
Im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten, die allein in Deutschland pro Jahr für den vorzeitigen Tod von mehr als 120.000 Menschen verantwortlich gemacht werden, sind E-Zigaretten nach BfR-Angaben deutlich weniger gefährlich. Das Institut empfiehlt aber, zum Schutz der eigenen Gesundheit auch auf E-Zigaretten zu verzichten.