Massenauflauf im Unterbewusstsein: In seinem jüngsten Fall hatte sich Ulrich Tukur als Felix Murot von einem Psychiater eine Art Standleitung in den Kopf einer Komapatientin legen lassen. So wollte er herausfinden, wo die junge Mutter kurz vor einem schweren Autounfall ihren fünfjährigen Sohn untergebracht hatte. Doch durch das Experiment wurde die Psyche der Patientin mit der des labilen Ermittlers kurzgeschlossen. Und so wimmelt es in der Parallelwelt bald von Monstermüttern, inneren Kindern und allerhand Dämonen.
War das Humbug oder ein interessanter experimenteller Ermittlungsansatz? Der Kommissar rechtfertigte seinen Einsatz im Film so: »Wir haben noch nie einen Fall in der sogenannten Realität gelöst. Man muss immer auf die ein oder andere Art in den Kopf der Leute reingehen und gucken, was da los ist. Nur so löst man Kriminalfälle.«
In unserem Schnellcheck schrieben wir: »Ein Fall von schwerem Synapsengewitter. Regisseur und Autor Dietrich Brüggemann hatte zuvor bereits das ›Tatort‹-Murmeltiermassaker in Szene gesetzt, in dem Ulrich Tukur in eine Zeitschleife geriet und in den Wahnsinn getrieben wurde. An Aberwitz steht diese Folge der alten in nichts nach; visuell hätte man aber noch mehr aus dem Setting rausholen können. (...) Ein Bewusstseinstrip wie ein Ritt auf dem elektrischen Bullen, bei dem man öfter aus der Handlung geschmissen wird. Wenn es so weit ist, einfach wieder aufsitzen. Macht Laune.«
Wir gaben 7 von 10 Punkten. Was sagen Sie zu dem Psychiatrie-Krimi?
»Murot und der Elefant im Raum« war der 14. »Tatort« mit Tukur als LKA-Ermittler Murot. Die Nummer 15 ist bereits abgedreht. Der Arbeitstitel der Folge lautet »Murot und das Gespenst«, es geht um paranormale Vorgänge in einem Altenheim. Die Episodenhauptrolle übernimmt Emma Nova, die 2023 in dem Grimme-Preis-gekrönten #MeToo-Drama »Nichts, was uns passiert« eine beeindruckende Perfomance lieferte. Der Krimi läuft im nächsten Jahr.