Am Ende gab es einen Showdown in Zeitlupe. Eine junge, aus Bosnien stammende Prostituierte wollte den serbischen Peiniger erschießen, der einst ihre Mutter vergewaltigt hatte. Das Team um Kommissar Faber (Jörg Hartmann) und Kollegin Herzog (Stefanie Reinsperger) konnte die Rachetat gerade noch verhindern.
Der »Tatort« handelte unter anderem von systematischen Vergewaltigungen, die während des Bosnienkrieges zum Teil in sogenannten Frauenräumen von serbischen Männern vor allem an bosniakischen Frauen begangen wurden. Aus den Vergewaltigungen sind viele Kinder hervorgegangen, sie werden oft »vergessene Kinder« genannt. Die junge Prostituierte war so ein vergessenes Kind. Das Ziel ihres Anschlags, so die grausame Pointe, war der eigene leibliche Vater.
In unserer Kritik schrieben wir: »Die Gräueltaten aus dem fernen Krieg im ehemaligen Jugoslawien können sich in der Wahrnehmung des Publikums kaum gegen die gegenwärtigen Grausamkeiten durchsetzen, denen sich die Ermittlerinnen und Ermittler aussetzen. (...) Man fokussiert unweigerlich auf die Kommissarindarstellerin Reinsperger, die sich mit diesem Fall aus dem Dortmunder TV-Revier und dem Dunstkreis des Kollegenfressers Faber verabschiedet. Der Kommissar verscheucht ja in regelmäßiger Folge Sidekicks und Mitstreiterinnen. So ein Abgang muss plausibel und dramatisch aufgebaut werden. Auch das zieht Aufmerksamkeit von den aus dem Bosnienkrieg resultierenden Traumata ab.«
Wir gaben 6 von 10 Punkten. Was denken Sie über den Krimi?