Der neue Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat den geplanten Eröffnungstermin der Oper Köln im September 2026 bekräftigt und zugleich einen Neustart für das umstrittene Kulturprojekt angekündigt. »Die Hamburger Elbphilharmonie war anfangs auch umstritten, heute ist sie eine der großen Attraktionen der Stadt«, erklärte er in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Die sanierte Kölner Oper werde eine vergleichbare Strahlkraft entwickeln.
Zugleich räumte Burmester Fehler bei der Sanierung ein: »Die Oper hat durch Kostenexplosion und Bauverzögerung einen schweren Rucksack zu tragen.« Das Gebäudeensemble wurde seit 2012 saniert, eigentlich war eine Neueröffnung im Jahr 2015 geplant. Statt der ursprünglich geplanten 250 Millionen Euro verschlang das Projekt nach aktuellem Stand 798 Millionen Euro. Dennoch sei es richtig gewesen, an dem historischen Ensemble festzuhalten, erklärt der Oberbürgermeister nun. Ein Abbruch oder Baustopp seien aus heutiger Sicht keine Alternative gewesen.
Breites Eröffnungsprogramm versprochen
Die Oper habe deshalb eine besondere Verpflichtung, sagte der OB. Nach den Belastungen für die Stadt müsse sie künftig durch Qualität, Offenheit und internationale Beachtung überzeugen. Das Gebäudeensemble mit seiner hochmodernen Technik biete dafür beste Voraussetzungen. Der Abschluss der Bauarbeiten bis zum angekündigten Termin sei aus seiner Sicht realistisch.
Entscheidend für den Erfolg des Projekts sei, dass die Oper kein elitärer Ort bleibe. Geplant seien deshalb ein breites Eröffnungsprogramm und Formate, die sich ausdrücklich an alle Kölnerinnen und Kölner richteten, auch außerhalb des Opernhauses.
Der Eröffnungstermin im Herbst ist auch für andere Projekte in Köln wichtig. Derzeit ist die Kölner Oper im Ausweichquartier im rechtsrheinischen Staatenhaus angesiedelt. Hier soll ein neues Musical-Theater entstehen, bis der bekannte Musical Dome wegen eines Ausbaus des Kölner Hauptbahnhofs endgültig schließen muss. Doch auch hier gibt es nach einem Bericht des »Kölner Stadt-Anzeigers« bereits heute Verzögerungen.