Wie gefiel Ihnen der »Tatort«-Abschied von Nemec und Wachtveitl?

Der Abschied aus einem »Tatort« erfolgt oft auf die blutige Tour. In den vergangenen Jahren wurde mehrmals die Ermordung der Ermittlungsfigur als Ausstiegsoption gewählt. Siehe Anna Schudt im Februar 2022 als Dortmunder Kommissarin Bönisch oder Meret Becker ein paar Monate später als Berliner Kommissarin Rubin.

Bei ihrer letzten Doppelvorstellung als Batic und Leitmayr am Osterwochenende spielten Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl mehrmals ironisch auf die Abgänge der Kolleginnen an. Auch die Münchner Ermittler gerieten immer wieder in lebensbedrohliche Situationen. Batic sagte deshalb in einer Szene: »Wir könnten doch ausmachen, dass wir uns im letzten Fall nicht erschießen lassen.« Leitmayr antwortete: »Das wär wirklich ein arges Klischee.«

Am Ende überlebten die beiden dann doch. Zuvor gab es rührende Begegnungen mit alten Kollegen wie dem eigentlich im Vorruhestand in Thailand geglaubten Carlo Menzinger, der dann in einem ruckeligen Undercover-Subplot plötzlich in einer Tiefgarage auftauchte.

Dieser »Tatort« war vor allem eine Freundschaftsfeier. Der in der Handlung mit angelegte Actionthriller musste dafür zurückstecken.

In unserer Kritik schrieben wir: »Es ist ein Fest, mitanzusehen, wie Nemec und Wachtveitl umeinander herumscharwenzeln, weil ihre ergrauten Ermittlerfiguren einfach nicht aussprechen können, was sie eigentlich voneinander wollen. In diesem Punkt sind Batic und Leitmayr Opfer ihrer Generation und ihrer Herkunft: 60-plus-Typen, die sich weigern, etwas über ihre Gefühle zu verraten, weil ihr Handeln ja angeblich für sich spricht. Tragikomisch, wie die beiden dann aneinander vorbei agieren, um den anderen bloß nicht zu nah herankommen zu lassen. (…) Haben die beiden ewigen Junggesellen denn immer noch nicht begriffen, dass sie füreinander geschaffen worden sind?«

Wir gaben 7 von 10 Punkten. Was ist Ihre Meinung zu dem Abschiedskrimi?

Verwandte Artikel

Next Post