Startnummer 01: Dänemark
Søren Torpegaard Lund: »Før Vi Går Hjem«
Der 27-Jährige von der Insel Fünen ist verlobt mit einem einstigen Kommilitonen aus dem Musiktheaterstudium. 2024 war er für den Danish Rainbow Award nominiert, der den Einsatz für bessere Lebensbedingungen für LGBTQ-Personen belohnt. Søren Torpegaard Lund wäre also ein würdiger Kandidat für eine Neuauflage der gelungenen Ausstellung »United By Queerness«, die gerade im Kulturzentrum Qwien die Geschichte des queeren Einflusses auf den ESC nachzeichnet. Weniger gelungen war dem ORF ein Einspielfilm zur queeren ESC-Geschichte beim zweiten Halbfinale: »Der taktloseste Beitrag des Jahres kam nicht von einem Teilnehmer, sondern von den Gastgebern«, ätzte der Kommentator des schwedischen Fernsehens (Lesen Sie hier mehr über den Beitrag im Halbfinal-Nachbericht von Anja Rützel).
Mit seinem Song, dessen Titel übersetzt »Bevor wir nach Hause gehen« bedeutet, setzte sich Torpegaard Lund im dänischen Vorentscheid gegen Vorjahresteilnehmerin Sissal durch und zählte bei den Buchmachern zwischenzeitlich zu den Topfavoriten. Die Begeisterung ist in der ESC-Woche in Wien ein wenig abgekühlt. Die Inszenierung der Tänzer, dicht gedrängt in einer durchsichtigen Kiste, ist auffällig. Søren Torpegaard Lund kann sein Musicaldarstellertalent mit Kajal und im Netzhemd zur Schau stellen. Der Song hat ansprechende Elektro-Beats und eine emotionalisierende, aufsteigende Melodie. Alles richtig so weit – aber es fehlt das gewisse Etwas zum Sieg.
Aquarium-Faktor: 7/10
Siegchancen: 6/10