Wolfgang Kubicki soll neuer FDP-Chef werden

Henning Höne hat seine Kandidatur um den FDP-Parteivorsitz zurückgezogen – und macht damit den Weg frei für Wolfgang Kubicki. »Nach intensiven Gesprächen in den letzten Tagen haben wir uns dazu entschieden, die Kräfte zu bündeln«, sagte Höne in einem gemeinsamen Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«  (»FAZ«). »Wolfgang Kubicki kandidiert als Bundesvorsitzender und ich als erster stellvertretender Bundesvorsitzender.« Die Entscheidung des nordrhein-westfälischen FDP-Landeschefs Höne bestätigte ein Sprecher der NRW-FDP der Nachrichtenagentur dpa.

»Wir beide wollen uns darauf fokussieren, die FDP so schnell wie möglich wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor in Deutschland zu machen«, sagte Kubicki im »FAZ«-Interview. »Der Bundesparteitag Ende Mai bietet die Chance, dass wir uns geschlossen und schlagkräftig präsentieren.« In einem Beitrag auf X  kündigte Kubicki noch vor der Wahl bereits an: »Henning und ich führen die Partei in den kommenden zwölf Monaten im Team.«

Die FDP steckt in einer tiefen Krise: Bei der Bundestagswahl im Februar vergangenen Jahres scheiterte sie an der Fünfprozenthürde und flog aus dem Parlament. Sie sitzt auch nur noch in 6 der 16 Landesparlamente. In diesem Jahr musste sie bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit 4,4 beziehungsweise 2,1 Prozent schwere Niederlagen einstecken.

Daraufhin trat die gesamte Führung der Bundespartei zurück. Der bisherige Vorsitzende Christian Dürr kündigte zunächst an, beim Parteitag Ende Mai erneut anzutreten. Er zog zurück, als Kubicki seine Kandidatur anmeldete.

Derzeit ist der Jurist Kubicki, Jahrgang 1952, stellvertretender Bundesvorsitzender der Liberalen. Er war von 1990 bis 1992 und von 2017 bis 2025 Mitglied des Bundestags und in diesen acht Jahren auch Vizepräsident des Parlaments. Von 1992 bis 2017 gehörte Kubicki dem Landtag von Schleswig-Holstein an.

Im Gespräch mit dem SPIEGEL  hatte Kubicki seine Kandidatur insbesondere mit der Sorge um die Partei begründet. »Ich habe mir jetzt ein Jahr lang angeschaut, wie wir uns in den Meinungsumfragen zwischen zwei und drei Prozent eingependelt haben und kaum noch in Erscheinung getreten sind«, sagte Kubicki. »Ich hätte nicht kandidiert, wenn ich Henning Höne zugetraut hätte, dieses Problem in der sehr kurzen Zeit, die wir haben, zu durchbrechen.«

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