»Lohnt sich das?« – Verstappen denkt über Abschied aus der Formel 1 nach

Max Verstappen droht in seinem Ärger über die neuen Technikregeln der Formel 1 immer offener mit einem Rücktritt. »Ich denke über alles nach, was hier in der Boxengasse vor sich geht«, sagte der 28 Jahre alte Niederländer der BBC nach dem Großen Preis von Japan.

»Die Art und Weise, wie man hier fahren muss, ist nicht schön. Das ist wirklich das Gegenteil von Fahrspaß. Und irgendwann ist es einfach nicht mehr das, was ich machen will«, sagte der Red-Bull-Pilot. Er sei privat sehr glücklich, müsse aber womöglich rund 20 Rennen warten, bis sich die sportlichen Bedingungen wieder änderten. Dann stelle sich die Frage: »Lohnt sich das? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein? Meine Freunde öfter zu sehen, wenn man keinen Spaß am Sport hat?«

Verstappen wird es allerdings in erster Linie darum gehen, den Druck auf die Formel-1-Organisatoren hochzuhalten. Verstappen ist als vierfacher Weltmeister und als Marke zu wichtig für die Rennserie. Er ist weiterhin leidenschaftlicher Rennfahrer, wie sein Engagement in der Langstreckenserie zeigt, wo er an Formel-1-freien Wochenenden antritt. Zudem betreibt er weiterhin ein Sim-Racing-Team.

In der Formel 1 kritisiert Verstappen seit Längerem die Bestimmungen, unter denen der Elektroanteil des Motors eine deutlich größere Rolle spielt. Der klassische Verbrennungsmotor darf nur noch 50 Prozent der Leistung liefern, der Rest kommt aus einer Batterie. Die elektrische Leistung, zu der auch ein Boostknopf für Überholmanöver gehört, müssen sich die Fahrer gut einteilen. Für Verstappen ist dieses Wirtschaften »Anti-Racing«, weil er nicht die ganze Zeit Vollgas geben kann. Es gehe nur noch um Energieeffizienz und Management, beschwerte sich der Niederländer zum Saisonstart.

Antriebseinheit, Chassis und Kraftstoff ändern sich grundlegend. Welche Technikneuheiten die Formel 1 in diesem Jahr brachte, lesen Sie hier. 

Nach drei Saisonrennen liegt Verstappen als WM-Neunter 60 Punkte hinter dem führenden Mercedes-Piloten Kimi Antonelli. Sein Frust entspringe nicht der aktuellen Schwäche seines Autos, betonte er. Er könne auch siebte oder achte Plätze akzeptieren – er wolle aber vor allem Spaß haben: »Im Moment ist das aber nicht wirklich der Fall.«

Verstappen hat bei Red Bull noch einen Vertrag bis 2028, besitzt Branchenexperten zufolge aber eine Ausstiegsklausel zum Saisonende. Zuletzt nahm er mehrfach an Langstreckenrennen teil. Auch sein Vater Jos Verstappen warnte in der niederländischen Zeitung »Telegraaf«: »Das Fahren in diesen Autos fordert ihn nicht. Ehrlich gesagt befürchte ich, dass Max seine Motivation verliert.«

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