Nach Berichten über Angriffe russischer Drohnen unter Nutzung von Starlink-Satelliten hat die Ukraine eigenen Angaben zufolge den US-Milliardär Elon Musk kontaktiert, dessen Raumfahrtunternehmen SpaceX das Satellitennetzwerk Starlink betreibt.
»Innerhalb weniger Stunden, nachdem russische Drohnen mit Starlink-Verbindung über ukrainischen Städten aufgetaucht waren, hat das Team des Verteidigungsministeriums Kontakt zu SpaceX aufgenommen und Lösungsvorschläge gemacht«, schrieb Verteidigungsminister Mychailo Fedorow auf Telegram. »Ich bin SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Elon Musk dankbar für ihre schnelle Reaktion.«
Fedorow und das in Washington ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) hatten Anfang der Woche bekannt gegeben, dass die russische Armee Starlink-Satelliten nutzt, um ihre Drohnen tief in ukrainisches Gebiet zu steuern. »Die russischen Streitkräfte nutzen zunehmend Starlink-Satellitennetzwerke, um die Reichweite ihrer BM-35-Angriffsdrohnen zu vergrößern und Mittelstreckenangriffe im Inneren der Ukraine durchzuführen«, erklärte das ISW.
Massive Angriffe
Eine mit Starlink verbundene BM-35-Drohne habe vermutlich eine Reichweite von 500 Kilometern. Das bringe den größten Teil der Ukraine, ganz Moldau und einige Regionen Polens, Rumäniens und Litauens in Reichweite dieser Drohnen, wenn sie aus Russland oder der russisch besetzten Ukraine gestartet werden, hieß es weiter.
Russland greift nach bald vier Jahren Krieg derzeit massiv die Energieinfrastruktur der Ukraine an. Offenbar setzt die Armee vermehrt auch Angriffsdrohnen ein, die resistenter gegen elektronische Kampfführung sein könnten – dank Technik aus den USA. (Mehr dazu lesen Sie hier .) Zahlreiche Menschen in der Ukraine sind bei Minusgraden ohne Strom und Heizung, während die Temperaturen mitunter deutlich unter null fallen.
Auch die ukrainische Armee nutzt Starlink häufig für ihre Kommunikation. Würde das komplette Starlink-Satellitennetzwerk in der Region abgeschaltet werden, könnte auch die ukrainische Armee es nicht mehr nutzen.
Musks Entscheidung, Starlink-Terminals zu Beginn der Invasion in die Ukraine zu schicken, sei »für die Widerstandsfähigkeit unseres Landes von entscheidender Bedeutung« gewesen, erklärte Fedorow.
»Westliche Technologien müssen weiterhin die demokratische Welt unterstützen und Zivilisten schützen, statt für Terror und die Zerstörung friedlicher Städte eingesetzt zu werden.«
Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes wurden die Starlink-Terminals der russischen Armee über inoffizielle Kanäle wie etwa Importe aus Drittländern beschafft und nicht durch einen offiziellen Verkauf durch das Unternehmen Musks.