Chinas Emissionen sinken trotz Wirtschaftswachstum

Chinas CO₂-Emissionen sind im letzten Quartal 2025 um ein Prozent gesunken. Das könnte über das gesamte Jahr gerechnet zu einem Rückgang von 0,3 Prozent führen. Damit setzt sich ein Trend fort: Seit März 2024 stagnieren oder fallen die Emissionen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt – und das laut einer Analyse des Portals »Carbon Brief«  bei wachsender Wirtschaftsleistung. Das könne eine Trendwende bei dem weltweit größten Verursacher von Treibhausgasen bedeuten.

Grund für die seit 21 Monaten sinkende CO₂-Kurve ist das starke Wachstum erneuerbarer Energien, vorwiegend aus Sonne und Wind:

  • Die Solarstromerzeugung stieg 2025 um 43 Prozent,

  • die Windkraft um 14 Prozent,

  • die Atomenergie um acht Prozent.

Gleichzeitig wuchs die Speicherkapazität um 75 Gigawatt. Zum Vergleich: In Deutschland waren Mitte 2025 gerade einmal insgesamt 22 Gigawatt Speicherkapazität installiert.

»Das Wachstum der Energiespeicherkapazität und der Erneuerbaren hat den Anstieg der Stromnachfrage in China übertroffen«, heißt es in der Analyse. Die zusätzlichen 530 Terawattstunden aus Solar-, Wind- und Kernenergie deckten den gestiegenen Strombedarf ab. Die Kohleverstromung sank zugleich um 1,9 Prozent.

Auch in anderen Bereichen gingen die Emissionen zurück, wenn auch nur minimal: beim Verkehr minus drei Prozent, bei der Energieproduktion minus 1,5 Prozent, bei Baustoffen minus sieben Prozent. Nur in der Chemieindustrie stieg der CO₂-Ausstoß um zwölf Prozent.

Ziele noch nicht erreicht

Trotz der positiven Entwicklung bleibt China hinter seinen Klimazielen zurück. Die Kohlenstoffintensität – Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts – sank 2025 um 4,7 Prozent, in den vergangenen fünf Jahren insgesamt um zwölf Prozent. Um seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen zu erfüllen, müsste China die Kohlenstoffintensität bis 2030 um weitere 23 Prozent senken. Ob die Regierung an diesem Ziel festhält, wird sich im März zeigen. Dann will das Land einen neuen Fünfjahresplan verabschieden.

Ob China seine Klimaziele und die Trendwende bei den Emissionen schafft, hängt laut den Experten von »Carbon Brief« vorrangig vom weiteren Zubau von Solar- und Windanlagen ab. Die Zeichen dafür stehen gut: Für 2026 rechnet Chinas Stromrat , der »China Electricity Council«, damit, dass über 300 Gigawatt neue Solar- und Windkraft entstehen – weit mehr als die von der Regierung geplanten »über 200 Gigawatt«.

Solarpark in Chinas Provinz Jiangxi im Februar 2026

Foto: AFP

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