Machtwechsel im »Star Wars«-Imperium

Nach 14 Jahren an der Spitze des Filmstudios, das »Star Wars« produziert hat, tritt Kathleen Kennedy als Chefin von Lucasfilm zurück. Künftig werde Kennedy, die einst von »Star-Wars«-Schöpfer George Lucas persönlich für die Leitung seines Studios ausgewählt worden war, als Produzentin tätig sein, teilte Lucasfilm mit. Sie werde in dieser Rolle unter anderem an kommenden Filmen wie »The Mandalorian and Grogu« und »Star Wars: Starfighter« mit Ryan Gosling mitwirken.

Zwei erfahrene Mitarbeiter des Filmstudios sollen Kennedys Aufgaben übernehmen, hieß es weiter. So werde Dave Filoni als Präsident auch für die kreative Leitung des Unternehmens verantwortlich sein, während Lynwen Brennan als Co-Präsidentin fungieren werde. Mit der Wahl von erfahrenen Lucasfilm-Mitarbeitern als Nachfolger signalisiere Disney, dass das »Star Wars« erhalten bliebe, das Fans lieben – so interpretierte die »New York Times«  die Aussagen.

George Lucas hatte seine Firma Lucasfilm 2012 an den Walt-Disney-Konzern verkauft, der damit die Rechte an »Star Wars« erhielt und die Saga seitdem mit Filmen und Serien fortführt. Bob Iger, Disneys Konzernchef, verabschiedete Kennedy mit viel Lob und nannte sie eine »visionäre Filmemacherin«.

Filoni würdigte Kennedy für die »größten Erweiterungen« der »Star-Wars«-Geschichten. »Ich bin Kathy, George, Bob Iger und Alan Bergman unglaublich dankbar für ihr Vertrauen und die Möglichkeit, Lucasfilm in dieser neuen Rolle zu leiten und einen Job zu machen, den ich wirklich liebe. Möge die Macht mit euch sein.«

Ihre Zeit an der Spitze von Lucasfilm sei nicht immer leicht gewesen, sagte die 72-jährige Kennedy im Interview  mit dem Magazin »Deadline». Es gebe einen »sehr, sehr kleinen Prozentsatz der Fangemeinde«, der enorme Erwartungen habe und im Grunde immer fast dasselbe sehen wolle. Wenn man das nicht zeige, »weiß man von vornherein, dass man sie enttäuschen wird.«

Man könne aber nicht jeden glücklich machen, sagte Kennedy. »Alles, was man tun kann, ist, gute Geschichten zu erzählen und versuchen, am Kern dessen festzuhalten, was George geschaffen hat.« Dann ergänzte sie: »Und ich würde es nicht anders machen und nichts von dem ändern, was wir im Laufe der Jahre getan haben.«

Kennedys Karriere reicht Jahrzehnte zurück. Sie war an der Entstehung von Filmen wie »E.T. – Der Außerirdische«, »Jurassic Park«, »Zurück in die Zukunft« und »Schindlers Liste« beteiligt. Auch ihre Zeit an der Spitze von Lucasfilm war von vielen Erfolgen geprägt, etwa mit der »Star-Wars«-Serie »The Mandalorian« und dem Film »Star Wars: Das Erwachen der Macht«. Als Misserfolg werten US-Medien dagegen den Film »Solo: A Star Wars Story«, der von der Figur Han Solo erzählt.

Der an die Spitze aufrückende Mitarbeiter Dave Filoni begann seine Laufbahn im Filmgeschäft am Storyboard und als Regieassistent bei Animationsfilmen. Ein Animationsfilm brachte ihn auch ins »Star Wars«-Universum: George Lucas engagierte ihn für die Arbeit an »Star Wars: The Clone Wars«, sowohl dem Film als auch der gleichnamigen TV-Serie. Später war Dave Filoni auch an Live-Action-Projekten für den Disney-Streamingdienst beteiligt, zum Beispiel an »The Mandalorian«, »Ahsoka« und »Skeleton Crew«.

Nach Information der »New York Times« gilt der Führungswechsel ab sofort.

Szene aus »Solo: A Star Wars Story«: »Man weiß von vornherein, dass man manche enttäuschen wird«

Foto: Jonathan Olley / Everett Collection / picture alliance

Szene aus »The Mandalorian«: Filoni ist dankbar für das Vertrauen

Foto: LMKMEDIA / ddp images

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