Der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) findet am 28. Februar in Berlin statt und wird von den Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Hazel Brugger präsentiert. Wie die ARD mitteilte, treten in der Show »Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026« neun Acts gegeneinander an, um das Ticket für das Finale am 16. Mai in Österreichs Hauptstadt Wien zu lösen. Entschieden wird von einer internationalen Jury und dem Publikum.
Es ist das erste Mal seit Langem, dass der Südwestrundfunk (SWR) in der ARD federführend für den ESC zuständig ist. Zuvor hatte sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR) jahrzehntelang um den Contest gekümmert. Im Vorjahr hatten ARD und RTL gemeinsam das Duo Abor & Tynna gekürt – nach insgesamt vier Sendungen mit Entertainer Stefan Raab. Der SWR trifft die Auswahl diesmal wieder in einer einzelnen Sendung.
Bei der Songauswahl bewertet in einem ersten Schritt eine laut ARD »hochkarätig besetzte« 20-köpfige Jury aus Musikexpertinnen und -experten aus 20 ESC-Teilnehmerländern die neun Acts und wählt ihre drei aussichtsreichsten Favoriten. In einem zweiten Schritt entscheidet allein das Publikum, welcher dieser drei Acts Deutschland in Wien vertreten wird.
Die wohl bekannteste Kandidatin ist die Kölner Sängerin Sarah Engels, 2011 Finalistin bei »Deutschland sucht den Superstar« und danach einige Jahre mit dem damaligen »DSDS«-Sieger Pietro Lombardi verheiratet. International hohe Wellen löste der YouTuber Marti Fischer mit dem Zungenbrechersong »Barbaras Rhabarberbar« (zusammen mit Bodo Wartke) aus. Zum ESC möchte er als Teil des Comedyduos Ragazzki kommen. Aus Liechtenstein, mangels eigenem TV-Sender nicht bei der Eurovision dabei, kommt der Musiker wavvyboi.
Alle Kandidierenden und ihre Songs
BELA (23, Berlin) mit »Herz«
Dreamboys The Band (Berlin), vier Singer-Songwriterinnen mit »Jeanie«
Laura Nahr (25, Berlin) mit »Wonderland«
Malou Lovis (26, Berlin), Gewinnerin der 13. Staffel von »The Voice of Germany«, mit »when I'm with you«
Molly Sue (25, Laboe) mit »Optimist (Ha Ha Ha)«
MYLE (25, Berlin) mit »A OK«
Ragazzki (Berlin), Marti Fischer, 35, und David "Miirtek" Starosciak, 33, mit »Ciao Ragazzki«
Sarah Engels (33, Köln) mit »Fire«
wavvyboi (27, Liechtenstein) mit »Black Glitter«
Im vergangenen Jahr gewann der österreichische Countertenor JJ das ESC-Finale im schweizerischen Basel. In diesem Jahr nehmen in Wien nur 35 Länder am ESC teil, so wenige wie seit mehr als 20 Jahren nicht. Wegen der Teilnahme Israels boykottieren die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island den Wettbewerb.
»Zwei Quasselstrippen« in der Moderation
Barbara Schöneberger moderierte bereits 2014 zum ersten Mal den deutschen Vorentscheid. Da sie für den SWR unter anderem auch »Verstehen Sie Spaß?« präsentiert, ist es nicht überraschend, dass sie auch weiterhin beim ESC dabei ist. Nun bekommt sie Hazel Brugger an die Seite – die Schweizerin war eine der drei Moderatorinnen des großen ESC-Finales 2025 in Basel und bekam für ihre schlagfertige und humorvolle Art gute Kritiken. »Wenn es einer der neun Acts schafft, Barbara oder mich, uns zwei Quasselstrippen, sprachlos zurückzulassen, hat er meinen vollsten Respekt«, sagte sie.
Die Europäische Rundfunkunion feiert in diesem Jahr das 70. Jubiläum der internationalen Musikshow. Deshalb soll es im Sommer auch eine ESC-Livetour geben, bei der zehn Acts des aktuellen Jahrgangs und Stars aus der Eurovision-Geschichte auftreten sollen. Selbstbewusst wurden recht große Hallen gebucht, darunter die Barclays Arena in Hamburg (17. Juni) und die Lanxess Arena in Köln (23. Juni). Osteuropäische Städte stehen hingegen nicht auf dem Tourplan.
Für die ARD ist das Jubiläum Anlass für einen Dokumentarfilm. »70 Jahre ESC – More than Music« läuft linear am 11. Mai im Ersten und wird bereits ab 8. Mai in der ARD-Mediathek bereitstehen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war auf dem Bild von Ragazzki Marti Fischer falsch zugeordnet. Wir haben die Bildunterschrift korrigiert.
Spaßduo Ragazzki mit Marti Fischer (rechts): Italo-Disco und Polska-Pop
Foto: Claudius Pflug / ARD / SWRESC-Kandidat wavyboi: Ein Liechtensteiner für Deutschland?
Foto: Claudius Pflug / ARD / SWRModerationsduo Schöneberger, Brugger: »Zwei Quasselstrippen«
Foto: Benno Kraehahn / Jens Koch / SWR