Sie war vor gut einer Woche mitten im Bagdad verschleppt worden – nun ist die US-Journalistin Shelly Kittleson wieder frei. Das teilte US-Außenminister Marco Rubio in der Nacht zum Mittwoch mit. Kittleson hatte in der Vergangenheit unter anderem auch für den SPIEGEL aus der Region berichtet.
»Wir sind erleichtert, dass diese US-Bürgerin jetzt frei ist, und arbeiten daran, ihre sichere Ausreise aus dem Irak zu unterstützen«, erklärte Rubio am Dienstag (Ortszeit) mit Blick auf Kittleson. Zuvor hatten die mutmaßlichen Entführer der Journalistin, die einflussreiche paramilitärische Miliz Katajeb Hisbollah, ihre Freilassung angekündigt.
Die Miliz hatte mitgeteilt, sie habe »in Anbetracht der Haltung des scheidenden Ministerpräsidenten entschieden, die Angeklagte Shelly Kittleson freizulassen.« Bedingung dafür sei, dass sie den Irak sofort verlasse, hieß es in einer kurzen Mitteilung des Sicherheitsbeauftragten der Miliz, Abu Mudschahid al-Assaf.
Recherchen für den SPIEGEL
Kittleson war am 31. März in der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppt worden. Sie berichtet seit anderthalb Jahrzehnten aus den Krisengebieten der Region, begann 2010 in Afghanistan, war später lange im Irak tätig, hat zuletzt hauptsächlich in Syrien gearbeitet. Von dort recherchierte sie im Januar und Februar 2026 auch für den SPIEGEL über den Kollaps der kurdisch befehligten SDF-Miliz.
Ihre Texte und Bilder sind im BBC World Service, bei »Politico«, Foreign Policy und diversen weiteren Medien veröffentlicht worden. 2017 erhielt sie die italienische Auszeichnung »Premio Caravella« für ihre Arbeit.
Die US-Regierung hatte US-Bürger zuletzt vor wachsenden Risiken im Irak gewarnt, wo Iran Einfluss auf mehrere bewaffnete schiitische Gruppen hat. Der Irak hatte erklärt, dass er nicht in den Krieg der USA und Israels gegen Iran hineingezogen werden wolle.
Am Mittwoch hatten Washington und Teheran kurz vor Ablauf des US-Ultimatums an Iran einer zweiwöchigen Feuerpause zugestimmt. US-Präsident Donald Trump verkündete die »beidseitige Waffenruhe« in seinem Onlinedienst Truth Social. Iran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen. Die Feuerpause gilt dem Vermittler Pakistan zufolge im gesamten Nahen Osten. Die aktuellen Entwicklungen in der Region fassen wir für Sie hier im Liveblog zusammen.