Ein Schweizer holt das erste Olympiagold, aber es ist nicht Favorit Odermatt

Weltmeister Franjo von Allmen hat das erste Gold der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d’Ampezzo gewonnen. Beim spektakulären Abfahrtsrennen auf der berüchtigten Stelvio in Bormio gewann der 24 Jahre alte Schweizer vor dem gleichaltrigen italienischen Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni (+0,20 Sekunden). Bronze ging an den Südtiroler Routinier Dominik Paris (+0,50).

Dem Schweizer Weltcup-Dominator Marco Odermatt, Weltmeister von 2023, blieb nur Rang vier (+0,70). Er sei so gefahren, wie er wollte, sagte Odermatt nach dem Rennen. Er habe genau die Linie gefunden, die er sich vorgenommen hatte, »aber dann hat es doch nicht gereicht«. Odermatt wirkte niedergeschlagen: »Wir müssen jetzt irgendwas ändern, so geht es nicht.«

Simon Jocher (+2,40), einziger deutscher Starter auf der Stelvio, kam mit der Startnummer 28 bei schlechter werdenden Lichtverhältnissen nicht unter die Top 20.

Von Allmen reiht sich ein in die Reihe großer Abfahrtskönige der Schweizer: Vor ihm hatten Beat Feuz (2022), Didier Defago (2010), Pirmin Zurbriggen (1988) und Bernhard Russi (1972) die Olympia-Abfahrt gewonnen.

Den WM-Titel vor einem Jahr in Saalbach-Hinterglemm hatte von Allmen vor dem Österreicher Vincent Kriechmayr geholt. Anschließend siegte er auch in der Team-Kombination gemeinsam mit Loic Meillard.

Die Abfahrt der Männer war der erste Höhepunkt der Winterspiele. Die Strecke in Bormio lehrt selbst die Besten das Fürchten. Wie ein Biomechaniker ein System entwickelt hat, um sie sicherer zu machen, lesen Sie hier .

Enttäuschter Marco Odermatt

Foto: Michael Buholzer / EPA

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