Großmeister Sindarov sorgt für die jüngste Schach-WM der Geschichte

Javokhir Sindarov aus Usbekistan hat überraschend dominant das Schach-Kandidatenturnier auf Zypern gewonnen. In der Partie gegen den Niederländer Anish Giri in der 13. Runde reichte ihm ein Unentschieden, eine Runde vor Schluss ist er nun nicht mehr einzuholen. Damit darf Sindarov Weltmeister Dommaraju Gukesh aus Indien herausfordern.

Das Duell wird die jüngste WM der Schachgeschichte. Der bisherige Rekord ist erst zwei Jahre alt: 2024 traf Gukesh im Alter von 18 Jahren auf den 32 Jahre alten Ding Liren und krönte sich zum jüngsten Weltmeister der allgemein anerkannten Weltmeisterschaft. Das Durchschnittsalter von 25 Jahren werden Gukesh und Sindarov nun unterbieten, die beiden werden bei der WM voraussichtlich 20 beziehungsweise 21 Jahre alt sein.

Die Weltmeisterschaft soll am Ende des Jahres stattfinden. Genaue Daten sowie der Austragungsort stehen allerdings bislang nicht fest.

Sindarov stellt Rekord auf

Sindarov dominierte das Kandidatenturnier von Beginn an. Überraschend gewann er fünf der ersten sechs Partien, in Anbetracht der häufigen Unentschieden im Spitzenschach ist das eine enorme Leistung. Unter anderem besiegte er dabei die als Favoriten gehandelten US-Amerikaner Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura .

Als Sindarov in der zehnten Runde seine sechste Partie gewann, sorgte er für einen Rekord: Nie zuvor hat ein Spieler seit der Einführung des Formats im Jahr 2013 mehr Partien beim Kandidatenturnier gewonnen. Damit war ihm der Triumph kaum noch zu nehmen. Außerdem blieb er bislang ungeschlagen.

Nur Giri hätte Sindarov in den letzten Runden noch einholen können. Am Sonntag ließ der Niederländer jedoch einen Sieg und damit die Chance auf eine aussichtsreichere Aufholjagd liegen. Zwei Runden vor Schluss lag Sindarov dann mit zwei Punkten Vorsprung an der Spitze, Giri hätte nun einen Sieg benötigt, um die Entscheidung zu vertagen.

Der deutsche Großmeister Matthias Blübaum, zuvor als krasser Außenseiter gehandelt, spielte ein enorm solides Turnier. In den ersten 13 Runden gelangen ihm zwölf Unentschieden, eine Partie verlor er. Gegen Sindarov blieb Blübaum ungeschlagen, damit steht er aktuell im Mittelfeld.

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