Die Lieferketten von Apple und anderen Elektronikherstellern liegen seit Jahrzehnten hauptsächlich in Asien, auch die Arbeitskosten sind dort niedrig. Trotzdem verlagert Apple einem Bericht zufolge nun Teile der Produktion seines Mac Mini-Desktopcomputers in die USA. Die neue Fertigung solle noch in diesem Jahr in einem Foxconn-Werk im Norden von Houston anlaufen, berichtet das »Wall Street Journal« .
Das Unternehmen hatte im August 2025 bereits angekündigt, in den nächsten vier Jahren 600 Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Hintergrund dürfte Druck der Regierung Donald Trumps sein, dass Apple und andere US-Konzerne ihre Produktion ins Heimatland holen.
Produktion in Asien soll weiterlaufen
Vergangenen Mai hatte der US-Präsident Apple mit einem Zoll von 25 Prozent auf im Ausland hergestellte Produkte gedroht. Es war ein viel beachteter Kurswechsel Trumps, der in seiner ersten Amtszeit Smartphones, Computer und andere Elektronikgeräte von den Zollrunden auf chinesische Importe bewusst ausgenommen hatte.
Über die Frage, inwieweit eine Produktion in den USA überhaupt wirtschaftlich möglich ist, wird seit Monaten heftig gestritten – und darüber, wie viele Arbeitsplätze in den USA so tatsächlich entstehen würden. Für den Aufbau einer schnellen Serienfertigung in den USA sehen Experten hohe Hürden.
Die Produktion des Mac Mini in Asien werde trotz der Investition in Houston weiterlaufen, sagte Apple-Manager Sabih Khan dem »Wall Street Journal«. Die Anlage solle die lokale Nachfrage decken, während die Fertigungslinie in den USA hochgefahren werde. Offen ist, ob der Konzern danach die Fertigung in seinen asiatischen Werken drosseln will.
Khan sagte der Zeitung allerdings, das Unternehmen bewerte die langfristige Nachfrage nach dem Mac Mini zuversichtlich. Er sei beliebter als der Mac Pro. Dem Bericht zufolge erweitert Apple außerdem das Werk in Houston um ein neues Schulungszentrum für fortschrittliche Fertigung.
Apple produziert weiterhin den Großteil seiner Produkte, darunter iPhones und iPads, in Asien, vor allem in China. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen einen Teil seiner Produktion aber auch nach Vietnam, Thailand und Indien verlagert, teils auch wegen der US-Zollpolitik.
Lesen Sie hier mehr dazu: iPhones »made in USA« – geht das?