Knapp jeder zweite Geflüchtete aus Syrien hat einen Job

Menschen aus Syrien sind für den von fortschreitendem Fachkräftemangel geprägten deutschen Arbeitsmarkt zu einem Faktor geworden.

Insgesamt sind nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit derzeit 266.100 Syrerinnen und Syrer sozialversicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt – sie leisten mit ihrer Arbeit also auch Beiträge etwa für die Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Damit stellen Menschen aus Syrien etwas weniger als 0,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland.

Um abschätzen zu können, wie groß der Wirtschaftsfaktor von Menschen aus Syrien ist, müssten noch diejenigen hinzugezählt werden, die aus Syrien nach Deutschland kamen, inzwischen aber einen deutschen Pass besitzen und nicht mehr als Syrer erfasst werden. Darüber hinaus ist nicht bekannt, wie viele der 266.100 Syrerinnen und Syrer ihren Verdienst durch soziale Leistungen aufstocken.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Montag nach einem Treffen im Kanzleramt gesagt, dass in den nächsten drei Jahren nach dem Willen des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren sollten. Der Kanzler stellte am Dienstag klar, dass er sich dieses Ziel nicht selbst zu eigen mache. Er betonte allerdings, dass der Bürgerkrieg in Syrien zu Ende sei und es grundsätzlich die Perspektive zur Rückkehr gebe.

Beschäftigungsquote von 47 Prozent

»Wir finden eigentlich aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit, dass sich die syrischen Geflüchteten gut in den Arbeitsmarkt integriert haben«, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Syrische Staatsangehörige arbeiteten vor allem in den Bereichen Gesundheitswesen, in der Pflege, im Handel und in der Logistik. »Das sind durchaus Branchen, die Arbeitskräftebedarf offensichtlich durchaus auch haben«, sagte Nahles.

Die Beschäftigungsquote liege derzeit für alle syrischen Geflüchteten bei 47 Prozent. Darin sind auch die enthalten, die gerade erst angekommen sind. Für die Gruppe, die seit 2015/2016 in Deutschland lebt, liege sie laut Bundesagentur für Arbeit sogar bei 60 Prozent. Zum Vergleich: Deutsche Staatsbürger haben eine Beschäftigungsquote von 71 Prozent.

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