In den ersten beiden Märzwochen hat die Nachfrage der Deutschen nach Urlaubsreisen deutlich abgenommen. Das berichtet die »FAZ« unter Berufung auf den Reisemarktforscher TDA . Für die zweite Märzwoche habe man einen Rückgang um 16 Prozent gegenüber den Vergleichswerten aus dem Vorjahr festgestellt. Der Wert beziehe sich auf die Umsatzentwicklung, die Zahl der Buchungen dürfte noch stärker gesunken sein.
Als Ursachen nennt TDA-Marktforscher Roland Gassner die gestiegenen Kosten und die Konzentration der Nachfrage auf Ziele, die weiter von der Konfliktregion entfernt sind. In der Folge stiegen die Preise dort noch einmal stärker. Unmittelbar nach Kriegsausbruch waren die Buchungen insgesamt gesunken, für spanische Inseln jedoch sprunghaft gestiegen. Für östlichere Ziele ist hingegen die Nachfrage gesunken – insbesondere für die Türkei und für Ägypten.
Auf Zypern hat die Regierung derweil ein staatliches Hilfspaket für Hotels angekündigt. Betriebe hatten zuvor erwogen, wegen niedrigerer Buchungszahlen den Saisonauftakt zu verschieben und Häuser länger geschlossen zu halten. Anfang März hatte eine iranische Drohne die Insel erreicht, der Lufthansa-Konzern und weitere Airlines hatten kurzzeitig Verbindungen nach Zypern ausgesetzt.
TDA-Marktforscher Gassner befürchtet, dass die Reisebranche insgesamt mit einer länger andauernden Flaute rechnen muss. Denn nicht nur die Kampfhandlungen im Nahostkonflikt ließen die Urlauber zurückschrecken, sondern auch die hohen Preise infolge der Energiekrise.
Das Buchungsportal Holidaycheck hat die Teuerung für kurzfristige Urlaube insbesondere mit Blick auf die Osterferien untersucht. Für zuletzt gebuchte Pauschalreisen auf die spanische Insel Gran Canaria waren demnach im Durchschnitt 22 Prozent mehr zu zahlen gegenüber dem Vergleichswert, wenn die Buchung schon im Februar erfolgt wäre. Statt Last-Minute-Rabatten wirken Last-Minute-Aufschläge.