Bonita Grupp spricht über ihre Kindheit ohne Taschengeld

Bonita Grupp, 36, Tochter des streitbaren schwäbischen Firmenpatriarchen Wolfgang Grupp, hat einen seltenen Einblick in ihr Privatleben gewährt. Da sie nie Taschengeld bekommen habe, sei sie immer dann zu ihren Eltern gegangen, wenn sie etwas gebraucht habe, erzählte Grupp der »Süddeutschen Zeitung«.

»Wir sind dann mit einer Liste zum Einkaufen nach Stuttgart oder München gefahren. Mit meiner Mutter war das entspannter. Mein Vater wollte genau wissen: Wo ist deine Liste? Du brauchst eine Jeans, eine Hose, einen Rock – dann kaufen wir das. Nicht mehr und nicht weniger«, erzählt die 36-jährige Unternehmerin, die das Textilunternehmen mit Sitz in Burladingen auf der Schwäbischen Alb seit dem Rückzug ihres Vaters mit ihrem Bruder, Wolfgang Grupp junior, führt.

Nicht nur, dass es kein Taschengeld gab, sie habe auch nie Geld dafür bekommen, wenn sie in den Ferien in der Firma ausgeholfen habe, sagt die Trigema-Erbin. »Es war für uns selbstverständlich, etwas zurückzugeben«, sagte sie der Zeitung.

Debatte über Medienpräsenz von Grupp senior

Offen erzählt Bonita Grupp, die im vergangenen Jahr ihr erstes Kind zur Welt brachte, dass die Familie nicht mehr möchte, dass Wolfgang Grupp senior so viel in der Öffentlichkeit sei. Auf die Frage, ob sie glaube, dass sich ihr Vater zurücknehmen könne, sagte sie: »Wir können ihm etwas raten. Entscheiden muss er am Ende selbst.«

Nach seinem Suizidversuch im vergangenen Sommer hatte sich Ex-Trigema-Chef Grupp zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In diesem Jahr kehrte er zurück und stellte sich Fragen bei verschiedenen Veranstaltungen und Interviews.

Zuletzt sagte er in der SWR1-Sendung »Leute«, sein Suizidversuch sei ein »Kurzschluss« gewesen. Er habe diese Tat sofort sehr bereut, und er werde dies sicher nicht wiederholen. Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres den Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, hieß es in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Er bedauere sehr, was geschehen sei und würde es gern ungeschehen machen, hatte der Unternehmer geschrieben.

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