Forscher entdecken unbekannte Insel in der Antarktis

Ein internationales Expeditionsteam hat im antarktischen Weddellmeer eine bislang in keiner Seekarte verzeichnete Mini-Insel entdeckt. Die 93 Forschenden sind in dem Gebiet seit Anfang Februar mit dem Eisbrecher »Polarstern« unterwegs, wie das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut mitteilte. Wegen rauer Wetterbedingungen mussten die Forschungsarbeiten unterbrochen werden, um im Windschatten einer Insel Schutz zu suchen.

Plötzlich sei ein »Eisberg« aufgetaucht, »der irgendwie dreckig aussah«, sagte AWI-Wissenschaftler Simon Dreutter. Bei näherer Betrachtung habe sich herausgestellt, dass es sich dabei um eine rund 130 Meter lange, 50 Meter breite und 16 Meter hohe Insel gehandelt habe. Sie sei auf der Seekarte lediglich als unerforschte Gefahrenzone sowie eine Seemeile neben der tatsächlichen Position verzeichnet gewesen. Warum die Insel nicht als Küstenlinie in anderen Datensätzen eingezeichnet ist, wissen auch die Forschenden nicht. Auf den untersuchten Satellitenbildern ließe sich die Insel kaum von den Eisbergen unterscheiden, schreiben sie in einer Mitteilung .

Mit einer Drohne und einem Echolot sei das Eiland systematisch vermessen und erfasst worden. Noch habe die Insel keinen Namen, das soll sich aber ändern. Dafür müsse ein vorgesehener Prozess durchlaufen werden. Auch soll die Insel in internationale Seekarten und andere wichtige Datensätze eingefügt werden.

Das Forschungsschiff soll am 9. April 2026 auf den Falklandinseln (Malvinas) vor Anker gehen. Von dort fährt die »Polarstern« über den Atlantik und wird Mitte Mai in Bremerhaven zurückerwartet.

Neue Insel ohne Namen: Bisher nur »unerforschte Gefahrenzone«

Foto: Christian Haas / Alfred-Wegener-Institut / dpa

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