Argentinien sucht nach Ursprung von Hantavirus-Infektionen in Ushuaia

Nach dem tödlichen Hantavirusausbruch auf der »Hondius« schickt Argentinien Experten nach Ushuaia – in die Stadt im äußersten Süden des Landes, von der das Kreuzfahrtschiff aufgebrochen war. Das Gesundheitsministerium in Buenos Aires kündigte am Mittwoch (Ortszeit) an, Spezialisten des Malbrán-Instituts in die südliche Provinz Feuerland zu entsenden, um Nagetiere auf eine mögliche Präsenz des Hantavirus zu untersuchen. Die Wissenschaftler sollen dafür in Gebiete fahren, die das niederländische Ehepaar zuvor besucht hatte – beide starben an einer Hantavirusinfektion.

Ob sich die beiden in Argentinien angesteckt haben, ist bislang offen. Das Ministerium betonte, dies sei »nicht bestätigt«. Feuerland habe »seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 1996 keinen einzigen Hantavirusfall gemeldet«. Die Reiseroute des Paares ist laut Angaben der Behörden recht komplex: Am 27. November kamen die Niederländer in Argentinien an, fuhren weiter nach Chile und Uruguay, kehrten am 27. März zurück und gingen am 1. April in Ushuaia an Bord des Kreuzfahrtschiffes »Hondius«.

Argentinien: Mehr Hantavirusfälle als üblich

Gleichzeitig registriert Argentinien derzeit mehr Hantavirusfälle als üblich. Das Gesundheitsministerium zählte 101 Infektionen im laufenden epidemiologischen Jahr – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum mit 57 Fällen. Der Biologe Raúl González Ittig mahnte zur Gelassenheit: Es handele sich um »vereinzelte Fälle«, nichts Außergewöhnliches.

Die »Hondius« selbst lag seit Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor Anker, nachdem das Virus an Bord festgestellt worden war. Dort hatten die kapverdischen Behörden in Praia drei Kranke von Bord geholt, darunter eine 65-jährige Deutsche. Die Frau wurde inzwischen nach ihrer Landung in Amsterdam wegen Hantavirusverdachts nach Düsseldorf gebracht.

Die beiden anderen Erkrankten flogen mit einer separaten Maschine aus – und stecken nun auf den Kanarischen Inseln fest.

Insgesamt drei Menschen starben bisher an den Folgen. In den Niederlanden wurde zudem eine Frau in Amsterdam in ein Krankenhaus aufgenommen, weil sie mögliche Symptome einer Hantavirusinfektion zeigt, erklärte das Gesundheitsministerium. Der Sender RTL berichtete am Donnerstag, es handele sich um eine KLM-Stewardess, die Kontakt zu einer Frau gehabt habe, die in Johannesburg an einer Hantavirusinfektion starb.

Die »Hondius« soll »innerhalb von drei Tagen« im Hafen von Granadilla einlaufen, kündigte Gesundheitsministerin Mónica García Gómez an. Alle ausländischen Passagiere sollen dann in ihre Heimatländer zurückgeflogen werden – sofern ihr Gesundheitszustand das zulässt. Die Evakuierungen sollen laut Innenministerium am 11. Mai beginnen; die EU-Staaten holen ihre Staatsbürger selbst zurück.

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