Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff »Hondius« beschäftigt nun auch Ärzte in Deutschland: Eine Person, die auf dem Schiff Kontakt zu einem Hantavirus-Fall hatte, kam am späten Mittwochabend mit einem speziellen Transportkonvoi zur vorsorglichen Untersuchung im Uniklinikum Düsseldorf (UKD) an.
Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf hatten die Person am Flughafen in Amsterdam übernommen. Die Feuerwehr erklärte nach der Übergabe, der Zustand der Frau sei »stabil, derzeit zeigt sie keine Symptome einer Infektion«.
Das Klinikum hatte bereits vor der Ankunft der Frau mitgeteilt, es handle sich »um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion«. Die Aufnahme der Person aus Deutschland erfolge vorsorglich zur medizinischen Abklärung.
Am Mittwochvormittag waren drei Menschen wegen Hantavirus-Verdacht im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord des Kreuzfahrtschiffes »Hondius« geholt worden. Dabei handelte es sich um zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die nach Angaben des Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind. Bei der dritten Person soll es sich nach Angaben des niederländischen Außenministeriums um die 65-jährige Deutsche handeln. Die Frau war offenbar eine Kontaktperson einer am 2. Mai auf dem Schiff gestorbenen Deutschen.
KLM: Erkrankte kurzzeitig an Bord
Die niederländische Fluggesellschaft KLM meldet zudem , dass bereits Ende April eine Reisende nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch »kurzzeitig« an Bord einer ihrer Passagiermaschinen gewesen sei. »Wegen des Gesundheitszustands der Passagierin zu diesem Zeitpunkt habe die Besatzung jedoch entschieden, sie nicht auf diesem Flug mitreisen zu lassen«, erklärte KLM. Die Angaben bezogen sich demnach auf den Flug von Johannesburg nach Amsterdam am 25. April.
»Nachdem die Person aus dem Flugzeug gebracht worden war, startete der Flug in Richtung Niederlande«, fügte KLM hinzu. Die niederländischen Gesundheitsbehörden kontaktieren derzeit »vorsorglich« die Passagiere, die sich an Bord dieses Fluges befunden hätten.
Laut der Nachrichtenagentur AFP könnte es sich bei der Person um eine Frau handeln, die am 24. April die »Hondius« in Richtung Johannesburg verlassen hatte, nachdem ihr Mann an Bord gestorben war. Sie starb am 26. April in Johannesburg.
Das Kreuzfahrtschiff »Hondius« lag seit Sonntag mit knapp 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker, nachdem zuvor das Virus an Bord festgestellt worden war. Insgesamt drei Menschen starben bisher. Am Mittwochabend legte das Schiff ab Richtung Teneriffa auf den Kanarischen Inseln.
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Amsterdam-Schiphol: Ein Evakuierungsflug des Kreuzfahrtschiffs »Hondius« landet
Foto:Jeffrey Groeneweg / EPA