Ein Schuss aus der Laserkanone – und die Drohne stürzt zu Boden

Sie sind klein, flink und billig – und sie sind eine wachsende Gefahr, auch für uns in Deutschland. Drohnen entwickeln sich gerade zu einer der wichtigsten Kriegswaffen überhaupt. Die Ukraine behauptet sich mit ihnen im Kampf gegen die russische Invasion. Und Iran führt vor, dass selbst ein waffentechnisch so überlegener Gegner wie die USA dramatische Schwächen bei der Abwehr unbemannter, aber bewaffneter Flugmaschinen hat.

Die Verteidigung gegen Drohnen wird für jedes Land künftig essenziell sein. Es gilt, nicht nur feindliche Armeen abzuschrecken, sondern auch Terrorakte und Sabotageversuche zu vereiteln. Ob über dem Fußballstadion, dem Flughafen, Kraftwerk oder anderen Einrichtungen der kritischen Infrastruktur: Der Luftraum muss sicher sein. Aber ist das überhaupt zu schaffen? Mehr als 1000 verdächtige Sichtungen von großen oder kleinen Drohnen gab es laut Bundeskriminalamt über Deutschland allein im vergangenen Jahr.

Mein Kollege Marc Hasse war gerade bei einem eindrucksvollen Test dabei, an einem geheimen Ort irgendwo in Niedersachsen. Das Start-up Inleap Photonics hat einen Laser entwickelt, der unbemannte Flugobjekte abschießen kann. Marc war Zeuge, wie gut das zumindest bei diesem Versuch geklappt hat. Eine winzige Drohne schwebt für Menschen kaum sichtbar in der Luft, eine KI auf dem Bildschirm einer Steuereinheit aber erfasst sie mühelos. Jemand drückt auf einen Knopf, und ein Laserstrahl jagt an sein Ziel: »Die Drohne taumelt«, schreibt Marc, »dann stürzt sie zu Boden. Es dauert kaum zwei Sekunden.«

Inleap Photonics hat offenbar bereits erste Kunden für das System, auch die Bundeswehr experimentiert damit. Eine Strahlenwaffe der Firma soll zudem bald an Bord von unbemannten Motorbooten zum Einsatz kommen – zur Drohnenabwehr in Häfen zum Beispiel. An den Anblick solcher Geräte im Alltag werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Den Bericht von Marc Hasse lesen Sie hier .

Herzlich,


Ihr Marco Evers

Außerdem empfehle ich Ihnen:

  • Geheimnisse aus dem Klo: In einer Latrine aus dem 13. oder 14. Jahrhundert haben Forscher in Paderborn ein kleines Buch mit krakeligen Botschaften entdeckt. Nun versucht ein Expertenteam, die mysteriösen Texte zu entziffern .

  • Pillen gegen den Jo-Jo-Effekt: Spritzen haben das Abnehmen revolutioniert. Doch viele Menschen legen schnell wieder an Gewicht zu, wenn sie die Medikamente absetzen. Eine neue Studie zeigt: Diese Pillen könnten helfen .

  • Gesundheitshype auf Social Media: Eine »antiinflammatorische Ernährung« soll allerhand bekämpfen, heißt es. Aber was ist das überhaupt, und wo im Körper soll was entzündet sein ?

  • Spuren einer Sternexplosion im Eis: Jahrelang rätselten Wissenschaftler über seltsame Eisenatome im Schnee der Antarktis. Dank 80.000 Jahre altem Eis haben sie nun herausgefunden: Sie stammen aus einer interstellaren Wolke, durch die unser Sonnensystem gerade fliegt .

  • Risiko Hantavirus: Die Urlauber der MV »Hondius« kehren in ihre 23 Heimatländer zurück. Oberstes Ziel ist es nun, weitere Ansteckungen zu verhindern. Dabei helfen neue Informationen über die Hantavirusart .

  • Humor-Experiment mit KI: Stefan Titze und Florentin Will moderieren einen der erfolgreichsten deutschen Comedy-Podcasts. Dann ließen sie die KI ins Studio .

  • Hinterlassenschaft der Bombe: Die extremen Temperaturen bei der Zündung der ersten Atombombe im Juli 1945 ließen Wüstensand zu Glas schmelzen. In einer Probe haben Forschende jetzt ein Material nachgewiesen, das bislang unbekannt war .

Bild der Woche

Ein Himmel wie für Götter: Wer solche Bilder von unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, aufnehmen will, muss wie der spanische Fotograf Daniel Viñé Garcia in die Puna reisen. Die spektakuläre Hochebene im Nordwesten Argentiniens ist voller Salzseen und Vulkane, aber menschenleer und ohne Straßen oder Häuser. Darum gibt es dort so gut wie kein störendes Streulicht, das die Aussicht auf die Milchstraße mit ihren Milliarden Sternen trüben könnte. Für dieses Bild wurde Garcia beim diesjährigen Wettbewerb »Milky Way Photographer of the Year« ausgezeichnet. me

(Feedback & Anregungen? )

Foto:

Moritz Küstner / DER SPIEGEL

Foto: Daniel Viñé

Verwandte Artikel

Next Post