Warum Deutschland Hantavirus‑Hotspot ist

Die Deutschen haben ein neues Virus für sich entdeckt: Sie diskutieren nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV »Hondius« im Atlantik über Ansteckungsgefahren, Inkubationszeiten und Pandemierisiken . Der beteiligte Erregertyp Andes ist sehr tödlich und das einzige Hantavirus, von dem seltene Übertragungen von Mensch zu Mensch bekannt sind. Das macht ihn besonders gefährlich.

Auch in Deutschland gibt es Hantaviren, die Menschen infizieren können. Der Ausbruch auf dem Schiff lenkt die Aufmerksamkeit auch auf diese Krankheitserreger. In Deutschland folgen Hantainfektionen jedoch anderen Regeln: Hiesige Virustypen werden über Ausscheidungen infizierter Mäuse und Ratten auf Menschen übertragen. Infektionen verlaufen häufig unbemerkt oder mild. Nur selten rufen sie schwere Erkrankungen hervor.

In Deutschland werden so viele Hantavirusfälle gemeldet wie in nur wenigen anderen europäischen Ländern. Sie häufen sich bisher in Wellen: In manchen Jahren werden 2000 bis 3000 Fälle dokumentiert, in anderen nur einige Hundert. Lange schien dieses Auf und Ab einigermaßen vorhersagbar. Alle zwei bis drei Jahre ungefähr gab es eine Infektionswelle. Doch seit 2021 sind die Zahlen ungewöhnlich niedrig (siehe Grafik). Wird 2026 wieder ein Hantavirusjahr?

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