LIEBE OHNE ENDE, ERZCHEFIN DER KUNST, MUTTERZ MEESE, KUNST OHNE ENDE!

Liebe Erzmami,

Du bist nun verschollen! Du bist nun Feenstaub und Sternenstaub! Du bist nun in die ewigen Jagdgründe der Kunst entschwunden und dort in die Totalstkunst eingegangen! Du bist nun im echtesten Daheimi, im Herzen der Kunst, im Zentrum des Kampfes und im Zuhause der Natur angekommen! Du bist in Kampfhaltung fort und die Kunst hat Dich fest zu sich gezogen! Du bist die Erzmami der Liebe, die Chefin der Kunst, die Führerin der Güte und die Verkörperung von Deutschland!

Du bist nun gerade zu einer Zeit entschwunden, wo sehr zaghaft die »Diktatur der Kunst«, also die Führung der Liebe, die Herrschaft des Anstandes, die Gesetzgebung der Güte und die Kunsteroberung der Herzen gewollt, mehr verstanden, vollzogen und gelebt wird, Schritt für Schritt, mit Engelsgeduld! Du bist nun, wo die notwendigsten Vorbereitungen für das Gesamtkunstwerk Deutschland, Europa, Überall, getroffen worden sind, einfach vorab schon totalst in das »Reich der Kunst« entschlüpft und bereitest wohl dort Alles für die »Machtschenkung Kunst« vor! Du, liebste Erzmutterz, bist die Vorbotin der Führung der »Totalsten Kunst«!

Spätestens seit Deinem Schlaganfall Anfang Dezember 2025 war ich im Totalsten Ausnahmezustand! Meine geliebte Schwester Carolyn, mein geliebter Bruder Andreas und ich, die engsten Mitstreiterz der Kunst und die liebevollsten Pflegekräfte, die Dich, Chefin der Kunst, pflegen und betreuen durften, sind so unendlichst dankbarst für diesen erfüllensten und gleichzeitig schwierigsten Liebesdienst!

Es gab schlimmste Momente und größte Hoffnung, Dein Zustand war unendlichst schlecht aber Du konntest immer wieder gegensteuern! Dein Mut, Deine Tapferkeit, Dein Durchhaltewillen, Dein Humor, Deine Kontrolle, Deine Angst und Dein Pragmatismus sind ein Traum! Die bangste Phase im Krankenhaus, die Aufbauphase in der totalsten Reha, die Erzpflege Zu Hause sind Totalste Kunst!

Alle Beteiligten haben Alles gegeben! Du konntest nicht mehr schlucken, kaum noch reden, brauchtest Hilfe ohne Ende, Du hast Dich den pflegenden Händen hingegeben und uns Allen Dich und Deinen Körper und Geist liebevollst anvertraut. Im Totalsvertrauen hast Du gesagt: Ich bin jetzt Baby! Du wolltest in all Deinen traumatischen Zuständen immer, dass es uns gut geht, dass wir genug schlafen, genug essen und unser Ding machen. Noch vor zwei Wochen scheuchtest Du mich mit klarsten Gesten ins Bett!

Vor einigen Wochen war Dein Mund plötzlich kaum noch zu öffnen, totalste Verspannung, ein in sich blutender Mund, das Zähneputzen war schwierig, ich war in Panik, meine liebste Erzschwester, die Pflegekräfte und ich haben Alles zur Verbesserung versucht, ein Alltag der Pflege passierte, das ist Kunst! Ich werde nichts so sehr vermissen, wie diese Kunstpflegezeit!

Morgens und abends und zum Schluss kamen die Pflegekräfte in Totalster Liebe mit Liebe! Alles wurde Routine der Liebe in Liebe! Erzmami gab sich hin, gab Alles, aber dann wurde ein Schalter der Kunst in ihr umgelegt! Sie sprach gar nicht mehr, schaute mit grossen Augen umher, später durch uns durch, hören war schwierig, sie war in einer Innenweltzwischenwelt! Die Erzinnenbeschau vollzog sich, sie machte unfassbarste Handbewegungen und Gesten, Alles in Zeitlupe! Die Hände gingen immer vom Mund in den Schoss, die Augen waren von innen fest zugedrückt, wie bei Welpen, wir waren schockiert und berührt! Es gab kein Eindringen mehr, zum Schluss konnte sie uns noch nicht mal mehr die Hand drücken! Sie war in den Führungsstaat Kunst eingedrungen!

Die bei uns aufgebahrte Erzmami war so edel, so anmutig, so elegant, so schön, so liebevollst, so unabhängigst, so frei und so einzigartigst, ein Bildnis der Totalsten Kunst! Ich wollte mit Ihr sofort den Platz tauschen!

Unsere Mutter hatte bis zum Schluss die kunstvollste Kontroll- und Befehlsgewalt und wir versuchen in totalster Liebe, mit größtem Respekt, in größtem Schmerz und unendlichster Trauer ihre Wünsche der Kunst auch jetzt zu erfüllen! Deine Rolle, Liebste Erzmami, ist die Unsterblichkeit! Am Ende warst Du ein Schlaftierchen, ein liebstes Erzkind der Gerechtigkeit, das hauptsächlich dann im Schlafzustand gepflegt wurde! Du gingst in den Schildkrötenmodus und ich dachte in meiner Naivität, dass Du den letzten Kampf ins/ums Leben gewinnst und nochmal zurückkommst!

Wir hatten noch tolle Pläne: Für die Kunst gemeinsam kämpfen, Kunstreisen, gemeinsam im geliebten Waldhaus in Sils Maria sein, unsere Lieblingsrestaurants mit unseren Lieblingsfreunden besuchen, über Deutschland, Richard Wagner, Hitler und Erzmamis Schulzeit in Salem sprechen! Du wolltest meine unendlichen Bücher sortieren, Kartons zerreißen, mich von der Bühne holen, wenn es doch zu arg lang und zu arg hitleristischst wird, super, kunstwunderbarst, mit der Familie und meiner Erzfreundin Gudny zusammen sein, nach Ahrensburg düsen, mit Deinen Erzfreunden telefonieren, Deine geliebten Tiersendungen anschauen, also Deinen Alltag von der Kunst führen lassen.

Und jetzt: Alles ist erschüttert, hier passiert so nichts mehr! Was bringt der Tod? Was bringt er Dir, was bringt der Tod uns? Nichts! Dieses Nichts ist der Sinn des Todes! Erzmami in Gedanken reicht nicht! Du bist natürlichst jetzt der Kunstmythos Deiner selbst geworden! Was hilfts? Nichts! Was ist los, was ist los mit Dir Mami? Diese hilfloseste aller Fragen ist meine meistgestellte Verunsicherung an die Führerin der Kunst in den letzten Monaten gewesen!

Der Kampf um Kunst ist in Dir verkörpert, Jawoll, das ist klar, Du bist eine Kunstsoldatin, an der Kunstfront gefallen! Du hast uns sogar noch das Letzte, was Du hattest gegeben, auch als es Dir so schlecht ging und es nur Durchhalten gab: Würde, Anstand, Liebe und Herzlichkeit, das waren Deine Zeichen! Meist hattest Du das stoischste Gesicht, das wir alle so gut kennen, manchmal hast Du auch gelächelt, vor allem, wenn die zauberhaften Pflegekräfte uns besuchten, oder Du noch mit uns im kleinen Umkreis unterwegs warst, in der Apotheke, im Café, im Supermarkt, in den Kliniken. Du wurdest umarmt und gedrückt und aus Deinen Augen blitzte die Güte und Dankbarkeit und Du drücktest und umarmtest zurück!

Alles an Dir war und ist Kunst, liebste Chefin! Die Alltagsbewältigungen, die Lebensfunktionen, die an Dir geschahen, sind Kunst, also all das, was sich an uns einfach liebevollst abspielt! Die Tür morgens und abends für die Pflege zu öffnen, Dir guten Morgen sagen, dich durch ein Loch im Magen zu füttern, zu wässern und Dir Medikamente zu geben ist ultimativste, notwendigste Erzkunstdienstpflicht. Das leichte und schwere Atmen, das Abhusten und das tolle Badezimmer und das Erzbett mit den Erzkissen und Decken und die Kleidung, das ganz Einfache war die Routine des Glücks und ist immer Kunst!

Jetzt bist Du, der Leitstern, der Fixstern, das zu Pflegende, die Chefsache, weg! Wir haben über Monate das Cäsarenspiel gespielt: Wenn es Dir gut ging, Daumen hoch, was meistens war, Daumen zur Seite, wenn Dir nicht so wohl war, gabs auch, Daumen runter passierte nie! Zum Schluss konntest Du nur leider keinen Daumen mehr bewegen! Wir Alle hätten Dich so gerne bis in die Unendlichkeit betreut, gepflegt, aufgepäppelt und unterstützt!

Ich habe Dich fotografiert ohne Ende, wie immer schon, ich will dadurch die Zeit und den Raum anhalten und die Kunst sich ausdehnen lassen, so wie es Richard Wagner auch wollte: Gesamtkunstwerk K.U.N.S.T.! Du, erzliebste Erzmutterz, hast meine Liebe zu und für Richard Wagner und meine unendliche Anrufung »Gesamtkunstwerk Deutschland« verstanden und respektiert! Du, Liebste Gralsmutterz, bist der heillose Gral, der für mich, den Parsifal der Kunst, nun abhandengekommen ist! Ich werde nun diesen heillosen Gral bis ans Ende meines Lebens suchen müssen!

Ich werde das Mutterzbuch als Logbuch der Kunst schreiben müssen! Du, Erzmami Meese, bist die unwählbarste Macht, die totalste Erzmuminmutter mit der Handtasche, die »Totalste Instanz«, der Chef des Hauses, der 2te Mann, wie Du immer sagtest! Du bist ein Traum, der nie zu Ende geht!

Dein Gesicht steht für die Kunst, wie kein anderes! Dein Antlitz ist das Deutschland der Kunst! Ich habe in der tiefsten Verzweiflung und im tiefsten Schmerz nochmal mehr erkannt, dass es keine Götter gibt, aber es gibt Dich, Liebste Erzbrigitte, eine Göttin der Kunst: Du, Erzmami, bist das (H)erzblut in Allem! Du, liebste »Mutterz Natyrns« wirst ewig leben und nur Du kannst uns, Deutschland, Alle und Alles in der Rolle der »Totalsten Mutter« retten!

Deine Liebe ist unendlich, wie unsere Liebe zu Dir: Liebe ohne Ende! Meine Lebensgrundlage ist mir nun weggezogen worden, ein neues Leben beginnt, mein Herz ist zerbrochen, ich muss nun ein neues Herz formen, ich brauche nur Ruhe und Stille, Alleinesein, wie lange? Ich weiss es nicht! Nur mit meinen Liebsten geht es weiter! Liebe Mami, ohne Dich geht es nicht, aber mit Dir auch nicht mehr! Was ist zu tun?

Momentan ein grausamster Horrorzustand! Ein Vulkan der Trauer und des Schmerzes hat sich angestaut! Ein Totalstdruck des radikalsten Schmerzes ist da! Deine Liebe und unsere Liebe zu Dir ist kein Trost! Liebe ohne Ende ist gut gesagt, aber wie soll das ab jetzt gelebt werden? Die Fragezeichen bohren sich in die Körper, kein Gedanke löst die Panik. Nur Schlaf und schlafähnlicher Zustand hilft, ich heule und weine beim aufwachen! Überall Mutter Deutschland!

Die Kunst heilt am Ende Alle(s), aber wie und wann, weiss noch nicht mal die Kunst, sie tut es einfach! Die letzten Monate waren an Anstrengungen kaum zu überbieten. Meine liebste Erzschwester, meine Liebsten und ich haben die Mammutaufgabe bewätigt, meine Mutter in Allem zu würdigen und dieser Anstand wurde gelebt und diese allumfassendste Umsorgung auch so geliebt und wir Alle sind nun in Mark und Bein erschüttertst! Wir haben das Liebste verloren! Wir würden so gerne Erzmami weiter umlieben! Wir, als Erzfamilie der Kunst, trauern weiter und kämpfen weiter, es gibt aber kein zurück mehr!

Die Situation ist natürlichst aussichtslos! Trotzdem: Hier gilts der Liebe! Liebe ohne Ende, kein Ende der Liebe, was anderes geht ja auch gar nicht! Dein Sohn, Jonathan, der ohne Dich, bei Dir, mitgestorben ist, braucht ein neues Leben! Du, liebste Erzmami, mögest mir nun in all Deiner Strahlkraft ein neues Leben schenken/ermöglichen und mich freigeben. Geht das überhaupt, ich weiss es nicht!

Ich bin immer das totalste Mutterzsöhnchen gewesen und habe diese Zuschreibung und diese Aufgabe totalst geliebt und mich darin eingerichtet! Nun aber warte ich in Liebe auf Deine Kunstbefehle. Schenke mir in all Deiner Güte einen Neuanfang! Das alte Leben ist tot! Nur Zukunft tut Not. Meine Erzfreundin, meine Erzfamilie, meine liebsten Erzfreunde warten auf Deine liebste Stimme der Liebe, Güte, Treue und Gradlinigkeit aus dem Kunstreich und bitte, bitte erteile in Deiner unermesslichen Erzkampfansage aus der Zukunft an uns den nächsten Schritt der liebevollsten »Diktatur der Kunst«: Befreiung!

Künstler Meese, Mutter Brigitte: »Noch vor zwei Wochen scheuchtest Du mich mit klarsten Gesten ins Bett!«

Foto: Star Press

Jonathan Meese, Brigitte Meese 2021: »Wir Alle hätten Dich so gerne bis in die Unendlichkeit betreut, gepflegt, aufgepäppelt und unterstützt!«

Foto: Jeff Mangione / KURIER / picture alliance

Jonathan Meese, Brigitte Meese: »Zum Schluss konntest Du nur leider keinen Daumen mehr bewegen!«

Foto:

Olaf Malzahn / IMAGO

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