Berliner CDU-Fraktion berät über Wegner und Stromausfall

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus will sich am heutigen Morgen in einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz über den tagelangen Stromausfall  austauschen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner nimmt an der Besprechung teil, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Fraktionskreisen erfuhr. Auch sein umstrittenes Tennis-Match wenige Stunden nach dem Blackout werde demnach eine Rolle spielen. Die Besprechung soll seit 8 Uhr laufen. Zuvor hatten mehrere Medien, darunter die »B.Z.«, berichtet.

Den Angaben zufolge soll die Schalte allen Berliner CDU-Abgeordneten die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen. Auch das Krisenmanagement soll den dpa-Informationen zufolge besprochen werden. Es sei keine reguläre Sitzung. Die nächste Sitzung finde kommenden Dienstag statt.

Längster Stromausfall der Nachkriegsgeschichte

Wegner steht wegen seines Handelns im längsten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte unter Druck. Der CDU-Politiker räumte ein, am Samstag wenige Stunden nach Beginn des Blackouts im Berliner Südwesten Tennis gespielt zu haben – während sich 100.000 Betroffene ohne Strom und Heizung, Internet und Handyempfang mitten im Winter große Sorgen machten, vor Ort eilig Notunterkünfte aufgebaut wurden und Hilfe anlief. Er spielte zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (beide CDU).

Wegner ist auch Spitzenkandidat der CDU für die Abgeordnetenhauswahl im September.

Am Morgen des 3. Januar war an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal ein Feuer ausgebrochen, das wichtige Versorgungsleitungen zerstörte. Der Brand führte zu einem Stromausfall im Südwesten Berlins, von dem in der Spitze mehr als 45.000 Haushalte betroffen waren. Der Blackout umfasste auch Pflegeeinrichtungen für alte und kranke Menschen. Mittlerweile werden die Menschen im Südwesten von Berlin wieder mit Strom versorgt.

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