Ein Millionenangebot für WM-Finaltickets bewegt Fußballfans. Auf der offiziellen Weiterverkaufsseite des Weltverbands Fifa standen am Donnerstag (Ortszeit) vier Eintrittskarten für das Endspiel im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks zum Preis von jeweils 2.299.998,85 Dollar (knapp zwei Millionen Euro) zum Verkauf.
Der Originalpreis für die vier Tickets betrug jeweils 8860 Dollar (rund 7580 Euro). Dabei handelt es sich nicht gerade um Premiumplätze: Die Sitze sind in der viertletzten Reihe von Block 124, einem Block im Unterrang, seitlich versetzt hinter dem Tor. Eingestellt waren die Tickets für einen Basispreis von 1.999.999 Dollar, dazu kommen Gebühren der Fifa in Höhe von 299.999,85 Dollar.
Weitere Angebote für das Endspiel liegen oft über 100.000 Dollar, aber nicht im Millionenbereich. Die günstigsten Tickets für das Finale, die am Donnerstag auf dem Marktplatz gelistet waren, kosteten 10.923,85 Dollar für vier Plätze vier Reihen vor dem oberen Ende des Oberrangs hinter einem Tor in Block 323, Reihe 23, Plätze 13–16.
Fifa verdient bei jedem Verkauf mit
Der Weltverband lässt Ticketinhaber ihre Karten auf der Plattform zu einem beliebigen Preis weiterverkaufen. Einschränkungen gibt es – wegen der dortigen Gesetzeslage – nur für Spiele in Mexiko. Verkäufer und Käufer müssen jeweils 15 Prozent Gebühren an die Fifa bezahlen.
Das Modell für den Zweitmarkt entspreche den gängigen Praktiken auf dem Ticketmarkt für große Sportveranstaltungen in den Gastgeberländern, sagte die Fifa zuletzt, nachdem Kritik an den hohen Preisen aufgekommen war. Im Gegensatz zu gewinnorientierten Drittanbietern von Ticketmarktplätzen würden die Fifa-Einnahmen über die 211 Mitgliedsverbände in die weltweite Entwicklung des Fußballs reinvestiert.
Verbraucherschützer und Fans in Europa legten wegen des Ticketverkaufs Ende März eine Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Kürzlich sorgte der Weltverband durch die Einführung einer Ticket-Premiumkategorie (»Front Category 1«) abermals für Aufsehen. Kartenkäufer warfen der Fifa unter anderem vor, durch die Stadionpläne in die Irre geführt worden zu sein.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte zuletzt Kritik geübt: »Die Ticketpreise sind sehr, sehr hoch. Das ist auch nichts, was wir begrüßen«, sagte der 64-Jährige, der Mitglied im Council des Weltverbands ist. Der DFB habe bei der Heim-EM 2024 »gezeigt, dass es auch anders geht«. Neuendorf glaubt aber dennoch, dass die Stadien bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (ab 11. Juni) »überall« ausverkauft sein werden.