Erstmals seit 2020 sind die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland zum Ende des vergangenen Jahres wieder flächendeckend gestiegen. Im vierten Quartal 2025 zogen sie sowohl deutschlandweit als auch in allen acht Metropolen an. Das geht aus einem Wohnbarometer des Online-Portals ImmoScout24 hervor. Für das Gesamtjahr 2025 ergebe sich ein durchschnittliches Preiswachstum von mehr als drei Prozent. Das signalisiere eine Stabilisierung des Marktes.
Die Studienautoren beobachten eine zunehmende Konzentration der Kaufnachfrage auf die Städte. Während die Nachfrage in den Metropolen im vierten Quartal um ein Prozent zulegte, nahm sie in ländlichen Regionen um acht Prozent ab. »Kaufinteressierte zieht es besonders in den urbanen Raum«, sagte ImmoScout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford.
»Dass alle Metropolen gleichzeitig Preissteigerungen aufweisen, haben wir zuletzt vor knapp fünf Jahren gesehen«, sagte Crockford weiter. Für 2026 rechnet sie mit Bauzinsen von knapp vier Prozent. Damit der Kauf von Wohneigentum dennoch möglich werde, bedürfe es neuer Finanzierungskonzepte und Impulse der Bundesregierung.
Bei bestehenden Eigentumswohnungen gab es deutschlandweit im vierten Quartal einen Preisanstieg von 1,0 Prozent auf durchschnittlich 2574 Euro pro Quadratmeter. Am stärksten war die Dynamik in Berlin mit plus 2,3 Prozent auf 4884 Euro. München bleibt mit 8266 Euro die mit Abstand teuerste Metropole, während Leipzig mit 2992 Euro am günstigsten ist. Auch bei Neubauwohnungen zogen die Preise in allen Metropolen an, ebenfalls angeführt von Berlin mit plus 2,2 Prozent.
Ein uneinheitlicheres Bild zeigte sich auf dem Markt für Einfamilienhäuser. Hier sanken die Preise für Bestandsimmobilien zum Vorquartal um 0,3 Prozent, lagen auf Jahressicht jedoch um 2,8 Prozent höher. Neubauten verteuerten sich im Quartalsvergleich um 1,2 Prozent.
Sinkende Nachfrage auf dem Mietmarkt
Auf dem Mietmarkt zeigt sich unterdessen ein anderes Bild: Hier geht die Nachfrage zurück, während die Preise weiter steigen. »Wir beobachten, dass es insbesondere Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind, die weniger intensiv nach einer neuen Wohnung suchen«, sagte Crockford. Die Zahl der suchenden Haushalte mit einem Nettoeinkommen bis zu 2000 Euro sei Ende 2025 um sieben Prozent niedriger als vor einem Jahr. Bei höheren Einkommen hingegen steige die Suchintensität.
Als Gründe für die nachlassende Mietnachfrage gelten auch eine Eintrübung am Arbeitsmarkt und weniger Zuwanderung. Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen stiegen im vierten Quartal deutschlandweit um 1,0 Prozent auf durchschnittlich 8,89 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich bedeutet dies ein Plus von 3,7 Prozent. München bleibt mit 19,92 Euro die teuerste Metropole. Auch bei Neubauwohnungen zogen die Mieten an, in Berlin erreichten sie erstmals die 21-Euro-Marke.