Russlands Truppen haben offenbar erhebliche Kommunikationsprobleme an der Front in der Ukraine. Mehreren Berichten zufolge haben sie den Zugang zum Satelliten-Internetdienst Starlink verloren. Hintergrund: Wladimir Putins Militär hatte die Terminals unbefugt genutzt. Diese hatte SpaceX-Chef Elon Musk eigentlich der Ukraine zur Verfügung gestellt.
Auf Bitten Kyjiws versprach Musk, etwas gegen die Starlink-Nutzung der Russen zu tun – offenbar mit Erfolg. Das teilte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf Telegram mit. Fedorows Berater Serhij Beskrestnow bezeichnete die Situation als »Katastrophe« für das russische Militär. »Die gesamte Truppenführung ist zusammengebrochen. In vielen Gebieten wurden die Angriffsoperationen eingestellt.«
Auch eine ungenannte Quelle in der ukrainischen Armee an der Ostfront teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass russische Truppen erhebliche Kommunikationsprobleme hätten und fast alle Verbindungen über Starlink unterbrochen seien.
SpaceX hatte zuvor eine technische Lösung angekündigt, um Russland den Zugriff auf Starlink zu verwehren. Diese sah offenbar vor, dass berechtigte Nutzer in der Ukraine unter anderem ihr Starlink-Terminal in einem einfachen Prozess registrieren müssen, wobei unregistrierte Terminals später abgeschaltet werden sollten.
Dies scheint nun geschehen zu sein. Mindestens neun russische Militärblogger berichteten von einem umfassenden Ausfall von Starlink-Terminals an der gesamten Kriegsfront in der Ukraine – was sowohl die Kommunikation in der russischen Armee als auch die Drohnenangriffe erschweren könnte. Die Technologie ermöglicht es Russland, Drohnen besser zu steuern, sodass sie ihr Ziel präzise treffen. Dank Starlink sind die Drohnen weniger anfällig für Störsignale.
»Das ist alles sehr schlecht, vor allem angesichts der entscheidenden Bedeutung der Kommunikation an der Front«, schrieb der Blogger Roman Alechin im Onlinekanal Telegram. Der russische Militärblogger Alexander Koz zitierte einen russischen Kommandeur mit den Worten, Starlink sei Russlands »Achillesferse«.
Starlink-System in der Ukraine (2023)
Foto:Lisi Niesner / REUTERS