Zeitplan, Schanzen, Ergebnisse

Vierschanzentournee 2025/26

Zum Start der 74. Vierschanzentournee befindet sich Domen Prevc in Topform. Der jüngere Bruder von Peter Prevc, der den prestigeträchtigen Wettbewerb vor zehn Jahren gewinnen konnte, peilt den dritten slowenischen Gesamtsieg in der Geschichte an.

Los geht es am 28. Dezember in Oberstdorf; am 6. Januar steht dann nach dem Springen in Bischofshofen der neue Champion fest. Als Titelverteidiger geht Daniel Tschofenig aus Österreich an den Start.

Zeitplan und Ergebnisse

1. Springen in Oberstdorf

28. Dezember, 16.30 Uhr: Qualifikation. Sieger: Domen Prevc
29. Dezember, 16.30 Uhr: Start 1. Durchgang. Sieger: Domen Prevc

2. Springen in Garmisch-Partenkirchen

31. Dezember, 16.00 Uhr: Qualifikation
1. Januar, 14.00 Uhr: Start 1. Durchgang

3. Springen in Innsbruck

3. Januar, 14.30 Uhr: Qualifikation
4. Januar, 13.30 Uhr: Start 1. Durchgang

4. Springen in Bischofshofen

5. Januar, 16.30 Uhr: Qualifikation
6. Januar, 16.30 Uhr: Start 1. Durchgang

Favoriten

Seit bald 25 Jahren hofft der Deutsche Skiverband (DSV) auf einen deutschen Sieger bei der Vierschanzentournee. Und auch in diesem Jahr stehen die Chancen auf einen Gesamtsieg nicht gut. Zwar wussten Philipp Raimund und Felix Hoffmann in der bisherigen Weltcupsaison mit mehreren Podiumsplatzierungen zu überraschen. Dennoch gilt es als unwahrscheinlich, dass sich ein DSV-Adler nach vier Springen an die Spitze setzt.

Berechtigte Hoffnungen darf sich hingegen Domen Prevc machen. Der Slowene gewann in der laufenden Weltcupsaison bereits vier Springen und führt das Gesamtklassement an. Mit seinem Landsmann Anže Lanišek ist ebenfalls zu rechnen. Ryōyū Kobayashi, der die Vierschanzentournee bereits dreimal gewinnen konnte (2019, 2022, 2024), zählt auch in diesem Jahr zu den Topfavoriten. Der Japaner könnte mit einem weiteren Erfolg zu Jens Weißflog aufschließen, der das Event zwischen 1984 und 1996 viermal gewann.

Modus und Regeln

Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt die Vierschanzentournee. Dabei ist es unerheblich, ob oder wie viele Springen der Sportler während der Tournee gewonnen hat. Es zählt einzig und allein die Gesamtpunktzahl nach den vier Springen.

Die Punktzahl setzt sich aus der erzielten Weite und den Haltungspunkten zusammen. In die Wertung fließt ebenfalls ein, aus welchem Gate gesprungen wurde, falls der Anlauf während des Wettkampfs verlängert oder verkürzt werden musste. Darüber hinaus können den Springern je nach Windverhältnissen Punkte abgezogen oder gutgeschrieben werden (Rückenwind bringt Extrapunkte, weil er den Springer nach unten drückt; für Aufwind bekommt der Springer einen Abzug, weil er den Sportler länger in der Luft hält).

Windfaktor und Gate spielen erst seit der Vierschanzentournee 2010/11 eine Rolle bei der Punktevergabe. Sie wurden eingeführt, um die äußeren Einflüsse bestmöglich zu kompensieren und einen objektiveren Wettbewerb zu ermöglichen.

Anders als bei anderen Skisprung-Wettbewerben wird die Vierschanzentournee im K.-o.-System ausgetragen. Normalerweise treten die ersten 30 Springer des ersten Durchgangs im zweiten Durchgang gegeneinander an. Bei der Vierschanzentournee können sich 50 Springer für den ersten Durchgang qualifizieren, die dann in 25 Zweiergruppen gegeneinander antreten.

Der Springer mit der höheren Punktzahl gewinnt das Duell und zieht direkt in den zweiten Durchgang ein. Über die »Lucky Loser«-Regel können darüber hinaus die fünf Verlierer mit den meisten Punkten im Wettbewerb bleiben. Im zweiten Durchgang wird normal gesprungen.

Bei der Vierschanzentournee spielt die Qualifikation eine große Rolle. Denn sie entscheidet nicht nur über die Teilnahme an den eigentlichen Springen, sondern auch darüber, gegen wen der Springer im Duell antreten wird und gewinnen muss, um weiter im Wettbewerb zu bleiben. Der Erste in der Qualifikation springt gegen den 50., der Zweite gegen den 49. und so weiter.

Die Springer, die in der Weltcup-Gesamtwertung auf den ersten zehn Plätzen liegen, sind nicht mehr wie bisher automatisch für den Wettbewerb gesetzt. Auch sie müssen sich in der Qualifikation für den Wettbewerb qualifizieren.

Die Schanzen

Schattenbergschanze in Oberstdorf
Gesamthöhe: 140 Meter
Anlauflänge: 105,5 Meter
Schanzenrekord: 143,5 Meter (Sigurd Pettersen, 2003)

Große Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen
Gesamthöhe: 149 Meter
Anlauflänge: 103,5 Meter
Schanzenrekord: 145 Meter (Michael Hayböck, 2025)

Bergiselschanze in Innsbruck
Gesamthöhe: 130 Meter
Anlauflänge: 98 Meter
Schanzenrekord: 138 Meter (Michael Hayböck, 2015)

Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen
Gesamthöhe: 132,5 Meter
Anlauflänge: 125 Meter
Schanzenrekord: 145 Meter (Dawid Kubacki, 2019)

Wo wird die Tournee übertragen?

Eurosport überträgt alle Qualifikationswettbewerbe und Entscheidungen live. Durch eine Kooperation mit Dazn werden die Springen auch auf dem Streamingdienst abrufbar sein. Zusätzlich teilen sich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF die vier Springen untereinander auf. Die Sender übertragen die Vierschanzentournee parallel zur TV-Ausstrahlung auch online im Livestream. Mit Sven Hannawald und Severin Freund begleiten zwei ehemalige DSV-Stars die Tournee als Experten.

Rekorde bei der Vierschanzentournee

Die Geschichte der Vierschanzentournee reicht bis in die Fünfzigerjahre zurück. Seither gewannen zehn unterschiedliche Athleten aus Deutschland die Gesamtwertung (BRD und DDR). Allein Skisprunglegende Jens Weißflog triumphierte viermal. Sven Hannawald war 2002 der erste Profi, der alle vier Springen für sich entscheiden konnte. Dieses Kunststück wurde mittlerweile von Kamil Stoch (Polen) und Ryōyū Kobayashi (Japan) wiederholt. Tournee-Rekordsieger ist Janne Ahonen. Der Finne gewann fünfmal, zuletzt in der Saison 2007/08.

Die bisherigen Gewinner der Vierschanzentournee

1953 Josef Bradl (Österreich)
1953/54 Olaf B. Bjørnstad (Norwegen)
1954/55 Hemmo Silvennoinen (Finnland)
1955/56 Nikolai Kamenski (Sowjetunion)
1956/57 Pentti Uotinen (Finnland)
1957/58 Helmut Recknagel (DDR)
1958/59 Helmut Recknagel (DDR)

1959/60 Max Bolkart (BRD)
1960/61 Helmut Recknagel (DDR)

1961/62 Eino Kirjonen (Finnland)
1962/63 Toralf Engan (Norwegen)
1963/64 Veikko Kankkonen (Finnland)
1964/65 Torgeir Brandtzæg (Norwegen)
1965/66 Veikko Kankkonen (Finnland)
1966/67 Bjørn Wirkola (Norwegen)
1967/68 Bjørn Wirkola (Norwegen)
1968/69 Bjørn Wirkola (Norwegen)
1969/70 Horst Queck (DDR)
1970/71 Jiri Raska (Tschechoslowakei)
1971/72 Ingolf Mork (Norwegen)
1972/73 Rainer Schmidt (DDR)
1973/74 Hans-Georg Aschenbach (DDR)
1974/75 Willi Pürstl (Österreich)
1975/76 Jochen Danneberg (DDR)
1976/77 Jochen Danneberg (DDR)

1977/78 Kari Ylianttila (Finnland)
1978/79 Pentti Kokkonen (Finnland)
1979/80 Hubert Neuper (Österreich)
1980/81 Hubert Neuper (Österreich)
1981/82 Manfred Deckert (DDR)
1982/83 Matti Nykänen (Finnland)
1983/84 Jens Weißflog (DDR)
1984/85 Jens Weißflog (DDR)
1985/86 Ernst Vettori (Österreich)
1986/87 Ernst Vettori (Österreich)
1987/88 Matti Nykänen (Finnland)
1988/89 Risto Laakkonen (Finnland)
1989/90 Dieter Thoma (BRD)
1990/91 Jens Weißflog (Deutschland)
1991/92 Toni Nieminen (Finnland)
1992/93 Andreas Goldberger (Österreich)
1993/94 Espen Bredesen (Norwegen)
1994/95 Andreas Goldberger (Österreich)
1995/96 Jens Weißflog (Deutschland)
1996/97 Primoz Peterka (Slowenien)
1997/98 Kazuyoshi Funaki (Japan)
1998/99 Janne Ahonen (Finnland)
1999/00 Andreas Widhölzl (Österreich)
2000/01 Adam Małysz (Polen)
2001/02 Sven Hannawald (Deutschland)
2002/03 Janne Ahonen (Finnland)
2003/04 Sigurd Pettersen (Norwegen)
2004/05 Janne Ahonen (Finnland)
2005/06 Janne Ahonen (Finnland) / Jakub Janda (Tschechien)
2006/07 Anders Jacobsen (Norwegen)
2007/08 Janne Ahonen (Finnland)
2008/09 Wolfgang Loitzl (Österreich)
2009/10 Andreas Kofler (Österreich)
2010/11 Thomas Morgenstern (Österreich)
2011/12 Gregor Schlierenzauer (Österreich)
2012/13 Gregor Schlierenzauer (Österreich)
2013/14 Thomas Diethart (Österreich)
2014/15 Stefan Kraft (Österreich)
2015/16 Peter Prevc (Slowenien)
2016/17 Kamil Stoch (Polen)
2017/18 Kamil Stoch (Polen)
2018/19 Ryōyū Kobayashi (Japan)
2019/20 Dawid Kubacki (Polen)
2020/21 Kamil Stoch (Polen)
2021/22 Ryōyū Kobayashi (Japan)
2022/23 Halvor Egner Granerud (Norwegen)
2023/24 Ryōyū Kobayashi (Japan)
2024/25 Daniel Tschofenig (Österreich)

Domen Prevc peilt seinen ersten Erfolg bei der Vierschanzentournee an

Foto: Martin Divisek / EPA

DSV-Springer Philipp Raimund

Foto: Fredrik Sandberg / EPA

Janne Ahonen ist Rekordsieger bei der Vierschanzentournee

Foto: Robert Michael / AFP

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