Im Mittelmeer wurden 2025 mehr als 40 Weiße Haie getötet

Als Francesco Ferretti und sein Team der US-Universität Virginia Tech in die Straße von Sizilien aufbrachen, um dort erstmals einen Weißen Hai mit einem Satellitentracker auszustatten, hatten sie mehr als drei Tonnen Fischköder und 500 Liter Thunfischöl dabei. Sie nahmen außerdem Wasserproben, die sie auf Hai-DNA untersuchten, und setzten Unterwasserkameras ein. 2024 war ein ähnlicher Versuch von Ferretti erfolglos geblieben . Aber auch diesmal half die ganze Vorbereitung nichts, nach zweiwöchiger Suche hatte das Team keinen einzigen Weißen Hai zu Gesicht bekommen. So berichtet es Ferretti der BBC. 

Stattdessen erhielten sie Berichte, laut denen in der Nähe ein junger Weißer Hai gefangen und getötet wurde. Die Forschenden gehen davon aus, dass allein im Jahr 2025 mehr als 40 der Tiere im Mittelmeer getötet wurden. »Das ist eine Menge für eine vom Aussterben bedrohte Population«, sagte Ferretti der BBC.

Die Schätzung basiert auf Beobachtungen, die sein Team zusammen mit der britischen NGO Blue Marine Foundation in mehreren Fischereihäfen in Nordafrika vorgenommen hat. James Glancy von Blue Marine sagte, bei seinen eigenen Untersuchungen habe er mehrere Weiße Haie auf tunesischen Fischmärkten entdeckt, was ihn aber zumindest in einer Hinsicht positiv stimme: »Es zeigt, dass es noch wild lebende Tiere gibt. Und wenn wir sie erhalten können, besteht die Chance auf Erholung.«

Die BBC hat eigene Untersuchungen angestellt und demnach Belege etwa in sozialen Medien gefunden, dass Weiße Haie und andere geschützte Hai-Arten im Mittelmeer gefangen und in Ländern wie Algerien und Tunesien verkauft werden.

Bei den Weißen Haien im Mittelmeer handelt es sich um eine abgeschlossene Population, die nicht durch Zuwanderung aus dem Atlantik gestärkt wird. In dem stark überfischten Meeresgebiet könnte die Art daher schnell vollständig aus der Region verschwinden, was Konsequenzen für das gesamte Ökosystem  hätte. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft sie mittlerweile  als »vom Aussterben bedroht« ein. Sie ging schon 2024 von maximal 250 Tieren aus, die dort noch leben.

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