Astronominnen und Astronomen haben den bisher schnellsten rotierenden Asteroiden mit einem Durchschnitt von über einem halben Kilometer entdeckt: einen Himmelskörper, der sich etwa alle zwei Minuten um die eigene Achse dreht. Das berichtet ein Forschungsteam um Sarah Greenstreet, die die Studie am NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory leitet.
US-Forscher hatten schon im Juni vergangenen Jahres bekannt gegeben, mit dem Vera C. Rubin Observatory im Sonnensystem Tausende Asteroiden beobachtet zu haben. Davon waren etwa 1900 bis dahin unbekannt. 16 rotieren extrem schnell – mit Rotationszeiten zwischen etwa 13 Minuten und 2,2 Stunden, zeigt sich nun. Drei ultraschnelle Rotatoren absolvieren eine vollständige Umdrehung in weniger als fünf Minuten. Einer davon ist laut den Forschenden in seiner Größenordnung der schnellste bislang identifizierte Asteroid.
Die Studie verwendet Daten, die im April und Mai 2025 über neun Nächte in etwa zehn Stunden gesammelt wurden. Es ist die erste veröffentlichte, von Fachkollegen begutachtete wissenschaftliche Arbeit, die Daten der LSST-Kamera nutzt, der größten Digitalkamera der Welt.
Geschwindigkeit gibt Auskunft über Entstehung
Asteroiden sind feste Himmelskörper im Sonnensystem, die überwiegend aus Gestein und Metallen bestehen und als Überbleibsel aus der Frühzeit der Planetenbildung gelten. Sie kreisen um Himmelskörper, aber auch um die eigene Achse.
Über die Rotationsgeschwindigkeiten von Asteroiden lassen sich Erkenntnisse über deren Entstehungsbedingungen gewinnen, aber auch Auskünfte über die innere Zusammensetzung und Entwicklung. Je schneller sich ein Asteroid dreht, ohne zu zerfallen, als desto stabiler gilt er.
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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Daten seien in sieben Nächten erhoben worden. Tatsächlich waren es neun. Wir haben den Fehler korrigiert.