Gescheiterte Galaxie gibt Forschern Rätsel auf

Eine internationale Forschungsgruppe hat mithilfe des Weltraumteleskops »Hubble« ein neuartiges astronomisches Objekt bestätigt: eine sternlose, gasreiche Wolke, die als Überbleibsel der frühen Galaxienentstehung gilt und womöglich größere Mengen Dunkle Materie enthält.

Das Objekt mit dem Spitznamen »Wolke-9« liegt etwa 14 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und ist die erste bestätigte Entdeckung einer solchen Gaswolke im Universum. Der Fund könnte das Verständnis der Galaxienentstehung, des frühen Universums und der Natur der Dunklen Materie erweitern.

Forschungsleiter Alejandro Benitez-Llambay beschreibt »Wolke-9« als Geschichte einer gescheiterten Galaxie, denn in der Gaswolke fehlen Sterne. Das stützt theoretische Annahmen über frühe kosmische Strukturen, die sich nicht zu vollwertigen Galaxien entwickeln konnten. Die Existenz der Wolke weise zudem darauf hin, dass es zahlreiche weitere vergleichsweise kleine Strukturen im Universum geben könnte, die von Dunkler Materie dominiert werden, eventuell sogar in Nachbarschaft der Erde.

Der erste Nachweis des Objekts ist vor drei Jahren in China gelungen. Bis zur Bestätigung des Funds mit »Hubble« habe man laut Nasa aber davon ausgehen können, dass es sich um eine lichtschwache Zwerggalaxie handelte, deren Sterne mit bodenbasierten Teleskopen nicht auszumachen seien. Erst das Weltraumteleskop habe bestätigt, dass da tatsächlich keine sind.

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