Es wäre der erste Knochenfund eines Kriegselefanten in Europa: Forscher haben im Süden Spaniens mutmaßliche Überreste eines Elefanten entdeckt, die sie mit den Feldzügen des Feldherrn Hannibal in Verbindung bringen. Über den Fund und die Analyse des 2200 Jahre alten Knochens berichten sie in der Fachzeitschrift »Journal of Archaeological Science: Reports «.
Den Fundort ordnen die Forscher einer Siedlung zu, in der es zu jener Zeit militärische Konflikte gegeben haben muss. Das schließt das Team unter anderem aus dem Umstand, dass bei den Ausgrabungen auch Steinkugeln gefunden wurden, wie sie in der Artillerie verwendet wurden. Die Forscher halten es für möglich, dass es am Fundort ein Gefecht gegeben haben könnte, bei dem auch der Elefant ums Leben kam.
Ob das Tier tatsächlich zu Hannibals Truppen gehörte, bleibt den Forschern zufolge jedoch ungewiss. Denkbar wäre ihnen zufolge auch, dass der Knochen als Andenken mitgenommen und erst später vor Ort abgelegt wurde. Auch lässt sich anhand des Karpalknochens nicht eindeutig bestimmen, ob es sich um einen Asiatischen oder Afrikanischen Elefanten handelte.
Klar ist für die Wissenschaftler lediglich, dass es sich bei dem Tier um keinen jener legendären 37 Elefanten handelte, mit denen Hannibal die Alpen überquerte. Möglich sei hingegen, dass es sich um ein im heutigen Spanien gehaltenes Tier handelte, das dazu dienen sollte, die Nachschubwege zu sichern.
Mit 50.000 Fußsoldaten und 9000 Reitern zog der Feldherr im Zweiten Punischen Krieg 1500 Kilometer ins heutige Italien. Trotz anfänglicher spektakulärer Siege verlor Hannibal am Ende den Krieg, der von 218 bis 201 vor Christus dauerte. Nach einer anschließenden kurzen Politikerkarriere entzog er sich einer drohenden Auslieferung an das Römische Reich im Jahr 183 vor Christus durch Suizid.