Zuspruch für Ilse Aigner als mögliche Bundespräsidentin

Im Ringen um die Nachfolge im höchsten Staatsamt sprechen sich verschiedene Politiker für Ilse Aigner als Bundespräsidentin aus.

Aus den Reihen der SPD kommt Unterstützung für eine mögliche Kandidatur der CSU-Politikerin. »Ich kenne und schätze Ilse Aigner seit vielen Jahren. Sie ist eine kluge und verantwortungsbewusste Demokratin und wäre mit Sicherheit eine geeignete Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin«, sagte der SPD-Politiker und ehemalige Arbeitsminister  Hubertus Heil dem Berliner »Tages«.

Der bayerische Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD) sagte der Zeitung: »Ilse Aigner gelingt es, Brücken zwischen politischen Lagern und gesellschaftlichen Gruppen zu bauen und so den Zusammenhalt zu stärken. Sie verfügt über Regierungserfahrung auf Landes- und Bundesebene und vereint zugleich die verbindenden Tugenden einer hochrespektierten Parlamentspräsidentin.«

Aigners bodenständige Art schaffe Vertrauen und ermögliche eine unverstellte Kommunikation. »Gerade in Zeiten wachsender Distanz zwischen Bürgern und Politik kann diese sympathische Authentizität verbindend wirken.«

SPD-Co-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte am Freitag, er werde heute nicht über Namen spekulieren. Auf die Frage nach Aigner sagte er jedoch: »Ich schätze Ilse Aigner ​sehr« Er halte sie für eine Brückenbauerin. Sein Wunsch ⁠sei ⁠ein gemeinsamer Vorschlag der Koalition aus CDU, CSU und SPD. Er habe sich bereits öffentlich dafür ausgesprochen, ‌dass es an der Zeit ​für eine ‌Frau im höchsten Staatsamt sei. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz sei verabredet, »zum richtigen Zeitpunkt« über einen gemeinsamen Vorschlag zu sprechen.

Der Bewerber für den FDP-Vorsitz, Wolfgang Kubicki, sagte der »Rheinischen Post«: »Ich schätze Ilse Aigner persönlich sehr und traue ihr das Amt auch zu, aber über Namen wird die FDP zu gegebener Zeit befinden.« Wichtig sei, dass in Zukunft jemand das Amt übernehme, der sein Ohr näher an der Bevölkerung habe und den Mut, auch mal Unpopuläres zu sagen.

Auch der stellvertretende Fraktionschef der Union im Bundestag, Sepp Müller, unterstützt eine mögliche Kandidatur Ilse Aigners (CSU) für das Amt des Bundespräsidenten. »Den Vorstoß von Markus Söder unterstütze ich ausdrücklich«, sagte Müller dem Nachrichtenportal »T-Online«.  »Ilse Aigner habe ich im Deutschen Bundestag wie auch als Präsidentin des Bayerischen Landtags als integrative, bürgernahe Persönlichkeit erlebt. Sie vereint genau jene Qualitäten, die dieses Amt erfordert. Sollte sie sich zur Wahl stellen, gilt ihr meine Unterstützung – klar und aus voller Überzeugung.«

Zuspruch für Aigner kam auch vom CSU-Ehrenvorsitzenden Theo Waigel. »Ilse Aigner ist eine sehr gute Kandidatin, der ich es zutraue, das Amt des Staatsoberhauptes mit Klugheit und Wärme auszufüllen«, sagte der frühere Bundesfinanzminister der »Augsburger Allgemeinen« . Als Landtagspräsidentin habe sie gezeigt, wie man unparteiisch die auseinanderstrebenden Kräfte in der Demokratie zusammenhalten könne. »Es wird Zeit für die erste Frau an der Spitze des Staates – und zum ersten Mal für jemanden aus der CSU.«

Söder stützt mögliche Kandidatur Aigners als Staatsoberhaupt

Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident und CSU-Parteichef Markus Söder seine Unterstützung für Aigner zugesagt, sollte diese das Amt der Bundespräsidentin anstreben. »Die Union wird nach dem Sommer einen Vorschlag machen. Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung«, sagte Söder in einem Interview der Zeitungen »Münchner Merkur« und »tz«. 

Aigner wird unionsintern immer wieder für das höchste Amt im Staat ins Spiel gebracht – auch, weil viel für die erstmalige Besetzung des Amtes mit einer Frau spricht. Offiziell hat Aigner ihren Hut jedoch bisher nicht in den Ring geworfen. Die CSU-Politikerin ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags.

Das nächste deutsche Staatsoberhaupt wird am 30. Januar kommenden Jahres von der Bundesversammlung gewählt. Frank-Walter Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, nach zehn Jahren endet seine Zeit als Bundespräsident im März 2027. Schon länger gibt es Spekulationen über mögliche Kandidatinnen für seine Nachfolge – genannt wurden neben Aigner etwa Bundesbildungsministerin Karin Prien und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (beide CDU).

Diese Frauen könnten Bundespräsidentin werden: Die Suche nach einer Nachfolge für Frank-Walter Steinmeier läuft. Eine Frau soll es möglichst werden, parteipolitische Erfahrung nicht erforderlich. Welche Namen noch gehandelt werden, lesen Sie hier .

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