Mit bundesweiten Protesten in Dutzenden Städten will Fridays for Future diesen Freitag gegen die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung demonstrieren. Die Bewegung spricht von einem »Gas-Aktionstag«. Vorab warf Fridays for Future Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Kungelei mit der Gasindustrie vor.
»Sie betreibt als Personalunion von Bundesregierung und Gaslobby mit Vollgas eine Umverteilung in die Hände fossiler Großkonzerne«, sagte die Aktivistin Carla Reemtsma der Nachrichtenagentur dpa. Dabei seien der gesellschaftliche Wille und die Lösungen für einen schnellen Ausbau von sauberen Erneuerbaren und einer Abkehr vom »dreckigen Gas« längst da.
Fridays for Future protestiert an rund 60 Orten in ganz Deutschland. Geplant sind verschiedene Aktionen, beispielsweise vor Rathäusern und den Parteibüros der Regierungsparteien CDU und SPD. Die Bewegung erwartet bundesweit mehrere Tausend Teilnehmer. Man trage den Protest nun in die Wahlkreise, sagte Reemtsma.
Reiche soll 14 Meter lange »Rechnung» bekommen
In Berlin beginnt eine Demonstration am Nachmittag vor der CDU-Zentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus am Tiergarten. Enden soll sie am frühen Abend an der Bundeszentrale der SPD, dem Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg. Dort soll jeweils Reiches »lange fossile Rechnung, die wir alle bezahlen müssen«, entrollt werden – ein 14 Meter langes Banner mit Entscheidungen Reiches, die aus Sicht der Klimaschützer kritikwürdig sind.
Mehrere Vorhaben von Ministerin Reiche hängen derzeit in der regierungsinternen Abstimmung fest. Auch Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte Reiche vor einem Ausbremsen der Energiewende gewarnt . Dabei geht es unter anderem um eine staatliche Förderung für den Bau neuer Gaskraftwerke, die im Zuge des Kohleausstiegs als Back-ups der erneuerbaren Energien einspringen sollen, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht.
Erst am vergangenen Samstag hatten viele Tausend Menschen bundesweit für eine andere Energiepolitik demonstriert. Aufgerufen hatte ein Bündnis von Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, der WWF und Fridays for Future. Proteste gab es auch in Hamburg, Köln und München. Die Veranstalter sprachen von insgesamt rund 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.