Bezos-Rakete setzt Satellit in falscher Umlaufbahn ab

Die Raumfahrtfirma Blue Origin von Jeff Bezos hat bei dem dritten Start ihrer Schwerlastrakete »New Glenn« einen ​Rückschlag erlitten. Der Satellit an Bord wurde in einer zu niedrigen Umlaufbahn ausgesetzt und ist damit verloren. ‌Die wiederverwendbare erste Stufe der Rakete landete jedoch planmäßig. Die Rakete war am Sonntag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet.

Der Satellit habe sich zwar vom Träger gelöst und seine Systeme hochgefahren, die erreichte Höhe sei jedoch zu niedrig, um ​den Betrieb mit dem eigenen Antrieb aufrechtzuerhalten. Er werde daher zum Absturz gebracht, teilte ⁠der ⁠Betreiber AST SpaceMobile mit. Der Satellit mit dem Namen »BlueBird 7« sollte Teil eines weltraumgestützten Mobilfunknetzes werden, ähnlich wie Leo von Amazon oder Starlink von ‌SpaceX. Für Blue Origin war die Mission dennoch ​ein Teilerfolg. Die ‌Landung der ersten Raketenstufe war ein wichtiger Schritt, um die Wiederverwendbarkeit des Systems nachzuweisen und mit der Falcon-9-Rakete von SpaceX konkurrieren zu können.

Schwerlasttransporter für Mondmissionen

Die 98 Meter lange »New Glenn«-Rakete spielt eine zentrale Rolle bei Bezos’ Raumfahrtambitionen. Mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von US-Milliardär Elon Musk, das bereits seit Jahren Raketenantriebe wiederverwendet, konkurriert Blue Origin als Dienstleister für die Nasa bei ihrem Mondfahrtprogramm Artemis. Beide Firmen arbeiten für die US-Raumfahrtbehörde an einem Mondlandefahrzeug. »New Glenn« ist für größere und schwerere Nutzlasten ausgelegt als die Raketen der Konkurrenz ​und soll Blue Origin einen ⁠Vorteil im Markt für kommerzielle ​Satellitenstarts verschaffen. Musk gratulierte Bezos auf der ‌Plattform ​X zum Start.

Für die bemannte Mission Artemis 2, bei der vier Astronauten Anfang des Monats den Mond umrundeten, wurde allerdings eine SLS-Trägerrakete von SpaceX genutzt. Eine erneute Mondlandung gut ein halbes Jahrhundert nach den Apollo-Missionen der Nasa ist für 2028 geplant. Damit wollen die USA ihrem Konkurrenten China zuvorkommen, der eine Landung für das Jahr 2030 plant.

Die Crew der Artemis-2-Mission ist wieder zurück auf der Erde. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst erklärt hier , warum Mondstationen bald normal sein werden.

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